Es sind nun schon zwei Jahre ins Land gezogen, seitdem die Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) in Deutschland eingeführt wurde und seitdem hat sich so einiges getan. Hier lassen wir die Entwicklung der WIKR kurz Revue passieren.

Die Wohnimmobilienkreditrichtlinie wurde nach der weltweiten Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009 vom Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat 2014 ins Leben gerufen, um bessere Kontrolle auf die damalige laxe Kreditvergabe auszuüben, mit dem Ziel, sowohl die Banken als auch die Verbraucher besser vor finanziellen Schwierigkeiten zu schützen. Hierzulande hat der Bundestag das „Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie” am 11. März 2016 beschlossen. Diese Richtlinie für die Kreditvergabe war anfangs massiver Kritik ausgesetzt.

Strenge Bonitätsprüfung

Allein in Deutschland bildet die Summe aller aufgenommenen Privatkredite gemäß den Angaben des Bankenverbandes mehr als eine Billion Euro. Die WIKR-Richtlinie sollte daher einer Überschuldung der Privathaushalte entgegenwirken. Laut den Kritikern schlug die strenge Bonitätsprüfung jedoch über die Stränge. Anfangs spielte noch das Alter der Kreditnehmer eine Rolle, wodurch Senioren weniger Kreditzusagen erhielten. Auch für Jüngere und Familien war es unter der WIKR-Richtlinie vom März 2016 schwieriger, einen Kredit zu bekommen, da unter anderem auch die Frage im Raum stand, ob eine Familiengründung geplant sei und dadurch entstehende erhöhte Lebenshaltungskosten oder ein eventueller Arbeitsausfall sich negativ auf die Schuldentragfähigkeit ausgewirkt hatten.

Lockerung der WIKR-Auflagen

Zum 1. Mai 2018 wurden die strengen WIKR-Auflagen jedoch wieder gelockert, und zwar in zwei wesentlichen Punkten. Zum einen ist der Immobilienwert mittlerweile wieder ein Hauptkriterium und eine erneute Bonitätsprüfung ist bei der Anschlussfinanzierung nach Ablauf der Zinsbindung nicht mehr erforderlich. Zum anderen spielt bei der Bonitätsprüfung nun weder das Alter des Kreditnehmers eine Rolle noch das Thema Familienplanung. Dank dieser Lockerungen ist die Kritik hinsichtlich der WIKR-Richtlinie mittlerweile so gut wie verstummt. Nun ist es für Kaufinteressenten wieder einfacher einen Kredit zu erhalten, um sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen.

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