Die Studie Wohntrends 2035 untersucht, wie sich die Wohnwünsche der Bevölkerung entwickeln, und bietet Wohnungsanbietern eine Orientierung in Bezug auf die Wettbewerbspositionierung sowie auf die Weiterentwicklung ihrer Strategien. Seit der letzten Untersuchung vor fünf Jahren hat sich in Sachen Wohnwünsche so einiges getan, denn die Ansprüche sind gestiegen.

Eine kleine, kostengünstigere Wohnung mit einer Hochgeschwindigkeits-Internetverbindung, inmitten eines Viertels, in dem sich der Bewohner nicht nur eng eingebunden, sondern auch sozial behaglich fühlt. So wünschen es sich die Personen, die im Rahmen dieser Studie befragt wurden. Außerdem wird Wert darauf gelegt, dass intelligente Energiesteuerung per Smartphone möglich ist und eine Vernetzung mit den Nachbarn über Plattformen erfolgt.

Altersarmut wird laut der Studie zunehmen

Ermittelt wurden die Wohntrends 2035 vom Bochumer Institut InWis und dem Hamburger Beratungsunternehmen Analyse & Konzepte, im Auftrag des GdW, dem Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen. Im Zeitraum zwischen Ende März und Ende Mai 2018 wurden 3.000 Menschen befragt, sowohl Mieter als auch Vermieter. Im Anschluss fand eine Rückkoppelung der Ergebnisse der Befragung mit zusätzlichen wissenschaftlichen Zukunftsstudien statt. Es stellte sich dabei heraus, dass 27 % der Bevölkerung im Jahr 2035 über 65 Jahre alt sein werden und immer mehr mit Altersarmut konfrontiert sein werden. Das bedeutet, dass kleinere und bezahlbare Wohnungen dringend benötigt werden.

Kleine Wohnungen und Digitalisierung sind gefragt

Laut der Studie würden 44 % der Befragten eher eine kleinere Wohnung in Kauf nehmen als auf eine Ausstattung zu verzichten, durch die sie am digitalen Leben teilnehmen können. Zu den gewünschten Digitalisierungsmöglichkeiten zählen zudem eine Reihe von Steuerungsmöglichkeiten im Zuhause, wie die Heizung, Alarmanlage sowie E-Health. Selbst dann, wenn dafür zusätzliche Kosten entstehen würden. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Befragten Angeboten wie Google Home oder Alexa noch immer recht skeptisch gegenüberstehen. Dennoch hegen viele Mieter den Wunsch, dass sie komplett online mit ihrem Vermieter kommunizieren können, um beispielsweise Schäden zu melden. Neben jungen Menschen erhofft sich mittlerweile auch mehr und mehr die etwas ältere Generation, dass diese digitalen Möglichkeiten Realität werden. In Zukunft soll auch die Wohnungssuche vollständig online stattfinden.

Wunsch nach Behaglichkeit

Der Trend zur Digitalisierung bedeutet jedoch nicht, dass der Wunsch nach Wohnlichkeit abnimmt, denn Behaglichkeit wird laut der Studie trotzdem großgeschrieben. Fernab von Anonymität wünschen sich die Bewohner, dass sie gemeinsam mit ihren Nachbarn Feste und andere Aktivitäten durchführen können, die über Plattformen geplant werden. Sie möchten gut in ihre Nachbarschaft integriert sein. Die Studie zeigt zudem, dass Home Office und Coworking-Orte in Zukunft eine größere Rolle spielen werden.

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