In Deutschland nimmt die Zahl der überschuldeten Menschen zu. Laut dem Schuldneratlas 2018 der Wirtschaftsauskunftei Creditreform sind hierzulande knapp sieben Millionen Einwohner über 18 Jahre überschuldet. Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass das Wohnen in den Großstädten Deutschlands dabei eine besondere Überschuldungsgefahr darstellt.

Die Wohn- und Mietkosten steigen

Bei vielen Mietern schlägt die Mietbelastung mit über 50 % zu Buche. In den deutschen Großstädten verzeichnen etwa 1,3 Millionen Haushalte nach Mietabzug ein restliches Einkommen, das unterhalb der Regelsätze von Hartz-IV liegt, so die Creditreform-Studie, die sich auf Zahlen der Hans-Böckler-Stiftung stützt. Die Wohnungskosten, inklusive Energie- und Nebenkosten, betragen bei überschuldeten Personen durchschnittlich 482 Euro, was 38 % der fälligen Zahlungen entspricht.

Angst vor Wohnungsverlust groß

Dennoch nehmen die Mietschulden im Ranking der häufigsten Schuldenarten nur den 9. Platz der Überschuldungsstatistik des Statistischen Bundesamts 2017 ein. Dies lässt sich dadurch erklären, dass die Mieten trotz der knappen finanziellen Mittel zuerst bezahlt werden. Schließlich sind die Auswirkungen eines Wohnungsverlusts gravierender, als wenn andere Rechnungen nicht bezahlt werden. Selbst wenn sich der Preisanstieg auf dem Wohnungsmarkt langsam dem Ende neige, sei eine Dämpfung der Überschuldungsdynamik noch lange nicht zu erwarten. Aus der Analyse geht zudem hervor, dass die Überschuldungsfälle, die durch die hohen Wohnkosten ausgelöst werden, bei einer Verschlechterung der Konjunktur weiterhin deutlich in die Höhe klettern würden.

Es handelt sich laut Creditreform in den Fällen um eine Überschuldung, in denen der Schuldner nicht in der Lage ist, seine fälligen Rechnungen über einen längeren Zeitraum zu bezahlen.

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