In den Top 7 deutschen Städten mit den meisten Einwohnern wurden im Jahr 2017 weniger Eigentumswohnungen verkauft als noch in 2016. Dies ist das Ergebnis des Wohneigentumsreports von Accentro.

Die Anzahl der verkauften Eigentumswohnungen — sowohl bestehende als auch neue Wohnungen — betrug in den erfassten 81 deutschen Städten 125.821. Das entspricht einer Reduzierung um 5,6 % im Vergleich zum Jahr zuvor. Der Umsatz, der mit diesen Immobilienverkäufen erzielt wurde, ist etwas weniger stark gesunken, nämlich um 1,3 % auf 30,1 Milliarden Euro. Somit ziehen die Preise noch immer an, jedoch mangelt es an Angebot.

Den Accentro-Wohneigentumsreport gibt es seit 2008 und analysiert die 81 deutschen Städte mit den meisten Einwohnern. Dieser Marktbericht stützt sich auf Daten der Gutachterausschüsse. Dadurch werden die tatsächlichen Transaktionszahlen dargestellt.

Preisanstieg um mehr als 100 % in den letzten 10 Jahren

Wie sehr die Preise hierzulande gestiegen sind, lässt sich zum Beispiel in Berlin erkennen. Für eine Eigentumswohnung in der Hauptstadt mussten durchschnittlich fast 264.000 Euro auf den Tisch gelegt werden. Verglichen mit dem Jahr 2016 ist dies eine Erhöhung um 5,6 % und im Vergleich zum Jahr 2007 sogar ein Anstieg um 134 %. Weitere deutsche Städte, in denen sich die Wohnungspreise in den letzten zehn Jahren mindestens verdoppelt haben, sind München, Frankfurt, Düsseldorf und Hamburg. 447.638 Euro kostete im Durchschnitt eine Wohnung in München (2017), das waren 6 % mehr als noch in 2016. In Frankfurt lagen die Wohnungspreise bei 408.380 Euro, was einem Anstieg um 9 % gegenüber 2016 entspricht. Auch in Hamburg haben sich die Preise verteuert, denn in der norddeutschen Hafenstadt wurde ein Anstieg um 13 % verzeichnet, wodurch durchschnittlich 401.383 Euro für eine Wohnung fällig wurden.

Zu wenige Neubauten

Ein Grund für diesen Preisanstieg ist laut Accentro, dass nicht genügend Neubauten entstehen, wodurch das Kaufangebot zu niedrig ist. In den meisten der Top 7 Städte ist das Kaufangebot sogar noch kleiner geworden. In Berlin ist die Anzahl der verkauften Wohnungen im vergangenen Jahr um 5 % gesunken (21.377 Einheiten), liegt das Minus in anderen Städten sogar im zweistelligen Prozentbereich, wie beispielsweise in Hamburg, Frankfurt und Köln. Während das Kaufangebot in Stuttgart am meisten zurückgegangen ist, nämlich um 15 % (3.064 Wohnungsverkäufe), gab es eine Stadt, in der sich das Angebot sogar erhöht hat: In Düsseldorf ist die Zahl der Wohnungen um 1 % angestiegen (3.200 Wohnungen).

Was dabei ins Auge fällt, ist die Tatsache, dass sich in beinahe jeder der Top 7 Städte im letzten Jahr die Immobilienverkäufe im Neubau im Vergleich zu 2016 reduziert haben, obwohl die Zahl der Fertigstellungen gestiegen ist. In München wurden beispielsweise 8.272 Wohneinheiten fertiggestellt, was im Vergleich zu 2016 ein Anstieg um 6 % bedeutet. Allerdings hat sich die Zahl der verkauften Neubauwohnungen um 27 % reduziert. Neben München verzeichnet auch Berlin eine hohe Differenz. In Berlin sind 15.669 Neubauwohnungen entstanden, ein Anstieg um 15 % gegenüber 2016. Verkauft wurden jedoch nur rund 2 % mehr. Anhand der Berliner Statistik lässt sich erkennen, dass sich die Zahl der Fertigstellungen (4.785 Eigentumswohnungen) um ca. 1.000 verringert hat, im Vergleich zum Jahr 2016.

Es zieht mehr Käufer ins Umland

Das limitierte Angebot hat zur Folge, dass immer mehr Immobilienkäufer ins Umland der Großstädte ziehen. Anstatt sich beispielsweise in Frankfurt eine Wohnung zu suchen, weichen Käufer lieber auf andere Orte aus. Städte, die davon profitieren, sind beispielsweise Mainz und Wiesbaden, aber auch Darmstadt und Offenbach, wo die Wohnungspreise um 30 % bzw. 40 % günstiger sind als in Frankfurt.

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