Dunkle Wolken zeichnen sich am Himmel ab und plötzlich beginnt der Regen herunterzuprasseln. Wenn es draußen wie aus Eimern regnet, geht doch nichts über Gemütlichkeit zu Hause. Damit es auch so bleibt, verraten wir Ihnen in unserem heutigen Ratgeber einige Tipps, wie Sie Ihre Immobilie besser vor Starkregen schützen können.

Folgen des Klimawandels

Die Auswirkungen des Klimawandels sind weltweit zu spüren. Ob Hitzewellen, Starkregen oder Hochwasser, der Weltklimarat IPPC prognostiziert, dass extremes Wetter zunehmen wird. Hierzulande verursachen Unwetter jedes Jahr große Gebäudeschäden, teils in Milliardenhöhe. Besonders Starkregen kann große Schäden nach sich ziehen, denn es setzt nicht nur Straßen, sondern auch Gebäude und Keller unter Wasser. Besonders Wuppertal war betroffen, wo Ende Mai 2018 bei einem extremen Unwetter innerhalb kürzester Zeit bis zu 100 Liter Regen pro Quadratmeter hinabfielen. Diese Menge fällt normalerweise in einem ganzen Monat.

Versicherungsschutz

Nach den Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) haben Versicherungen in 2018 zur Regulierung der durch Starkregen, Hagel und Sturm verursachten Schäden insgesamt 2,7 Milliarden Euro gezahlt. Diese Summe betrifft Schäden, die an Gewerbeimmobilien, an Häusern und Hausrat entstanden sind, beschädigte Kraftfahrzeuge wurden jedoch nicht mitgezählt. Allein Starkregen verursachte im vergangenen Jahr einen Sachschaden in Höhe von einer halben Milliarde Euro.

Der GDV hat ermittelt, dass 93 % der Hauseigentümer einen Versicherungsschutz für Sturm- und Hagelschäden haben. Hochwasser und Starkregen wird jedoch nur bei 41 % der Hauseigentümer gedeckt. Hauseigentümer sollten daher Ihren Versicherungsschutz prüfen und gegebenenfalls überlegen, ob es Sinn macht, den Versicherungsschutz auszuweiten.

Bauliche Schutzmaßnahmen

Starkregen kann teure Schäden verursachen und jeder kann davon betroffen sein. Der größte Schaden durch Starkregen entsteht durch das Eindringen von Wasser in das Gebäude, daher gilt es, genau dies zu verhindern. Es gibt effektive bauliche Maßnahmen, mit denen Sie vorbeugen können, um Schäden zu verringern. Dabei gibt es auch kleine Maßnahmen, die gar nicht viel kosten, aber eine große Wirkung haben. Bei tiefgelegenen Türen kann beispielsweise eine zusätzliche Schwelle oder Stufe dafür sorgen, dass weniger Wasser eindringen kann. Für besseren Schutz sorgt auch eine kleine Überdachung. Eine weitere Möglichkeit ist es, Türöffnungen mittels mobiler Türsperren abzudichten, damit kein Wasser eindringen kann. Auch ein druckdichtes Fenster kann unter Umständen sinnvoll sein.

Rückstausicherung

Eventuell kann es erforderlich sein, eine Rückstausicherung im Abwasserrohr nachzurüsten. Diese werden benötigt, wenn sich in einem Gebäude Hausanschlüsse unter der Rückstauebene des öffentlichen Entwässerungssystems befinden. Die Rückstausicherungen sorgen dafür, dass kein Wasser ins Haus gedrückt wird und der Versicherungsschutz greift in der Regel nicht für Schäden, wenn diese fehlen. Welche Rückstausicherung geeignet ist, richtet sich nach der Art des Abwassers. Ein Sachverständiger kann Sie hierzu beraten und auch eine regelmäßige Wartung vornehmen, um Problemen vorzubeugen.

Praxishilfe

Wenn Sie sich eingehender mit dem Thema Starkregen beschäftigen möchten, dann finden Sie im Leitfaden Starkregen – Objektschutz und bauliche Vorsorge, der vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) veröffentlicht wurde, jede Menge nützliche Informationen. Sie können diesen Leitfaden auf der Website des BBSR kostenlos herunterladen.

Fazit

Das Wetter macht was es will, daher ist es für Hauseigentümer wichtig, die Risiken von Starkregen zu kennen und die Immobilie auf passende und effiziente Weise zu schützen. Dadurch können Sie Schäden vermeiden und für den Werterhalt Ihrer Immobilie sorgen. Neben baulichen Maßnahmen kann auch ein entsprechender Versicherungsschutz sinnvoll sein, denn Vorsicht ist besser als Nachsicht.

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