Im Sommer geht doch nichts über den Garten, sei es um Gartenarbeit zu erledigen oder sich zu entspannen. Während es hierzulande allgemeine Regeln gibt, was im Garten gestattet ist und was nicht, gelten für Mieter zusätzliche Vorschriften. Denn wer zur Miete wohnt, muss bei der Gartennutzung trotz viel Freiraum auch einige Dinge beachten, die wir Ihnen im Folgenden erläutern.

Die Pflege des Gartens

Zur Gartennutzung gehört natürlich auch die regelmäßige Pflege. Wer diese Aufgabe übernehmen muss, wird in der Regel im Mietvertrag vereinbart. Für den Fall, dass darin keine Regelung enthalten ist, sind alle anfallenden Arbeiten grundsätzlich Aufgabe des Vermieters. Die Aufgaben sollten dabei ausführlich beschrieben werden, denn wenn die Mietvertragsklauseln zu allgemein gehalten sind, dann führt das dazu, dass nur leichte Gartenarbeiten vom Mieter übernommen werden müssen. Dazu gehören vor allem solche Tätigkeiten, für die kein fachliches Know-how erforderlich ist bzw. die mit keinen zusätzlichen Kosten für den Mieter verbunden sind. Darunter fallen beispielsweise Aufgaben wie Rasenmähen, Unkraut jäten und das Laub zusammenrechen.

Wenn es sich jedoch um umfangreichere bzw. kompliziertere Arbeiten handelt, dann fallen diese in das Tätigkeitsgebiet des Vermieters, sofern die Aufgabenbereiche nicht näher im Mietvertrag festgelegt wurden. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein Baum gefällt werden muss. Wenn allerdings im Mietvertrag vereinbart wird, dass der Mieter solche Tätigkeiten übernimmt, dann muss er dieser Pflicht auch nachkommen.

Wie häufig muss der Garten gepflegt werden?

Wenn im Mietvertrag festgehalten wurde, welche Gartenarbeiten der Mieter übernehmen muss, dann hat der Vermieter kein Recht darauf dem Mieter vorzuschreiben, wann genau der Mieter diese Aufgaben erledigen muss. Detaillierte Vorgaben darüber, wie häufig beispielsweise der Rasen gemäht oder das Laub beseitigt werden muss, muss der Mieter nicht einhalten. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Mieter den Garten verwildern bzw. verwahrlosen lassen darf.

Die Gartengeräte

Wenn laut Mietvertrag der Mieter für die Gartenarbeiten zuständig ist, dann muss dieser auch auf eigene Kosten die Gartengeräte besorgen, die er zur Erledigung dieser Arbeiten benötigt. D. h., es ist nicht die Pflicht des Vermieters, diese für den Mieter bereitzustellen. Wenn die Pflege des Gartens jedoch Sache des Vermieters ist, dann muss dieser auch für die Kosten der Geräte aufkommen.

Mieter haben relativ freie Gestaltungsmöglichkeiten

Wenn ein Garten mitvermietet wird, darf der Mieter in einigen Punkten selbst wählen, wie er diesen gestaltet. In anderen Punkten muss er jedoch zuerst die Erlaubnis seines Vermieters einholen. So ist es dem Mieter in der Regel gestattet, Blumen und Gemüse anzupflanzen, ohne vorher seinen Vermieter um Erlaubnis zu fragen. Anders verhält es sich jedoch, wenn der Mieter Sträucher und Büsche entfernen oder Bäume fällen möchte, denn dafür benötigt er die Zustimmung seines Vermieters, ebenso wenn er diese im Garten pflanzen möchte. Erhält er dafür die Erlaubnis, dann sind sie auch sein Eigentum, und er ist berechtigt, diese Pflanzen mitzunehmen, wenn er auszieht. Sollten diese jedoch so fest verwurzelt sein, dass eine Entfernung beim Auszug nicht möglich ist, dann kann der Mieter keinen finanziellen Ausgleich verlangen. Bauliche Veränderungen dürfen nicht ohne Genehmigung des Vermieters vorgenommen werden. So gehört beispielsweise der Bau eines Gartenhauses, eines Schuppens oder das Anlegen eines Gartenteiches nicht zur vertraglich vereinbarten Nutzung des Gartens. Gartenmöbel, Sandkästen, Schaukeln und Klettergerüste dürfen vom Mieter hingegen in der Regel im Garten aufgestellt werden – vorausgesetzt, dass diese auch wieder problemlos entfernt werden können. Auch eine Hundehütte darf in den Garten, sofern auch die Hundehaltung selbst gestattet ist, und die Hundehütte nicht an der Hauswand befestigt ist.

Hinweis: Der Mieter kann eventuell dazu angehalten werden, beim Auszug den Garten wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen.

Die Kosten der Gartenpflege

Da die Kosten der Gartenpflege zu den sogenannten umlagefähigen Nebenkosten zählen, hat der Vermieter die Möglichkeit, diese Kosten vom Mieter zurückzufordern. Damit dies möglich ist, muss im Mietvertrag festgelegt werden, welche Kosten vom Mieter getragen werden müssen. Der Vermieter kann alle regelmäßig anfallenden Kosten, zu denen sowohl Sach- als auch Personalkosten gehören, mit dem Mieter abrechnen. So können beispielsweise die Kosten für das Rasenmähen oder für den Heckenrückschnitt auf den Mieter umgelegt werden. Kosten, die nur unregelmäßig anfallen, wie zum Beispiel das Entfernen abgestorbener Pflanzen oder die Anschaffungskosten für Gartengeräte, fallen nicht unter die Nebenkosten. Die Erstellung der Nebenkostenabrechnung über die Kostenpositionen, die vereinbart wurden, erfolgt dann am Ende des jeweiligen Abrechnungszeitraums durch den Vermieter. 

Fazit

Ein Garten ist für viele Mieter ein großer Pluspunkt und die Mehrheit der Mieter wird diesen sicherlich auch gerne pflegen. Um aber Probleme zu vermeiden, sollten Sie darauf achten, dass der Mietvertrag die Gartenpflege im Einzelnen genau definiert. Da sich die Rechtslage jederzeit ändern kann oder regionale Unterschiede bestehen können, sollten Sie sich stets von einem Rechtsexperten zu Ihrem individuellen Fall beraten lassen.

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