Von den vielen existierenden Pilzarten ist der Hausschwamm einer der bedrohlichsten. Nicht nur ältere Häuser können vom Hausschwamm befallen werden, sondern auch Neubauten. Die entstehenden Schäden können teils enorm sein. In unserem heutigen Ratgeber beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um Hausschwammbefall.

Was ist Hausschwamm?

Beim Hausschwamm handelt es sich um einen Holz zerstörenden Pilz. Der Hausschwamm stellt die höchste potenzielle Gefahr für Gebäude dar und ist für rund ein Drittel der pilzbedingten Gebäudeschäden verantwortlich.

Warum ist Hausschwamm so gefährlich?

In erster Linie sind es nicht die Milliarden von Sporen, die ein Risiko für die Gesundheit darstellen, sondern vielmehr die potenzielle Gefahr, dass der Hausschwamm unbemerkt Holz derart zerstört, dass beispielsweise Holzbalkendecken und weitere Holztragkonstruktionen plötzlich einstürzen können.

Wie lässt sich Hausschwamm erkennen?

Während andere Gebäudepilze mit dem richtigen Know-how relativ leicht zu erkennen sind, sieht die Sache beim Hausschwamm komplizierter aus. Versteckte Orte werden vom Hausschwamm favorisiert, wie Hohlräume, hinter Möbeln, hinter Wandverkleidungen, in Holzbalkendecken und auch in Treppenstufen. Wenn eine Stelle mit Hausschwamm befallen wird, lässt sich das in der Regel an der sogenannten Braunfäule erkennen. Das Holz erhält eine dunkelbraune Verfärbung und zerbröselt.

Wie breitet sich Hausschwamm aus?

In den meisten Fällen leiden Altbauten unter Hausschwamm, aber auch Neubauten können davon befallen werden. Die Sporen des Hausschwamms lassen sich auf feuchtem Holz nieder, das für sie als Nährstoffgrundlage dient. Über die fadenförmigen Stränge, die Myzel, breitet sich der Pilz dann aus, indem es Materialien befällt, die Zellulose enthalten, wie Textilien, Tapeten, Faserplatten, Dämmstoffe und poröses Mauerwerk. Dadurch ist der Hausschwamm in der Lage, sich auch dann zu vermehren, wenn kein Holz vorhanden ist. Ohne Holz kann sich der Pilz einige Meter ausbreiten. Der Hausschwamm transportiert mithilfe seiner Myzel Feuchtigkeit, was zur Folge hat, dass der Pilz entweder das bereits befallene oder neues Holz zerstört. Da sich der Hausschwamm beispielsweise häufig zunächst im Inneren eines Balkens bildet, kann er sich schnell und ungehindert ausdehnen und dadurch starke Schäden verursachen.

Beseitigung von Hausschwamm

Wenn das Haus von Hausschwamm befallen ist, dann ist eine gründliche Untersuchung aller Räume und eine anschließende sorgfältige Behandlung wichtig. Nur wenn entdeckt wird, welche Stellen befallen sind, kann verhindert werden, dass der Hausschwamm an einem anderen Ort fortbesteht. Es ist wichtig, Möbel und andere Gegenstände in den befallenen Räumen zu entfernen. Alle Räume, die nicht befallen sind, sollten mit einem Staubschutz versehen werden, damit sich der Hausschwamm nicht verbreitet. Die befallenen Holzteile werden soweit möglich vom Holz entfernt und dann getrennt entsorgt. Für den Fall, dass dadurch die Decke einstürzen kann, werden die befallenen Stellen stattdessen mit professionellen Substanzen bearbeitet. Die Beseitigung des Hausschwamms sollte stets von einem Fachunternehmen durchgeführt werden.

Wie lässt sich Hausschwamm vorbeugen?

Es ist wichtig, dem Hausschwamm seinen Nährboden zu entziehen. Regelmäßiges Lüften kann dabei helfen. Sie können Ihr Haus am besten schützen, wenn sie dafür sorgen, dass es trocken bleibt, daher sollten jegliche durch Nässe entstandenen Schäden sofort beseitigt werden. Wenn keine Feuchtigkeit vorhanden ist, fehlt dem Pilz ein attraktives Umfeld um zu wachsen. Fehlende Luftzufuhr kombiniert mit Feuchtigkeit kann dazu führen, dass sich Hausschwamm bildet. Aus diesem Grund sollten Sie beispielsweise Holz oder Briketts oder andere organische Materialien nicht an den Wänden Ihres Kellers lagern.

Achtung vor Wertverlust

Ein Hausschwammbefall stellt einen schweren Baumangel dar. Wenn ein bekannter Befall daher nicht durch einen Holzschutzsachverständigen unter die Lupe genommen wird und fachgerecht beseitigt wird, sowie keine Erneuerung der tragenden Bauteile erfolgt, dann verliert die betreffende Immobilie in der Regel an Wert, was sich bei einem eventuellen späteren Verkauf widerspiegelt.

Wenn der Hausschwammbefall erst nach Abschluss des Kaufvertrags ans Licht kommt, dann wird dies in der Regel als schwerwiegender Mangel betrachtet und der Käufer kann versuchen, den Kaufpreis zu mindern. Wurde der Hausschwammbefall vom Verkäufer verschwiegen, obwohl dieser bekannt war, dann hat der Käufer in der Regel das Recht vom Kaufvertrag zurückzutreten und Schadensersatz zu fordern. Um den Wert Ihrer Immobilie zu erhalten, sollten Sie also bei einem Hausschwammbefall schnell handeln und die Sanierung dokumentieren.

Fazit

Hausschwamm tritt vermehrt in älteren Häusern auf. Allerdings werden auch Neubauten nicht verschont, sofern Feuchtigkeitsschäden entstanden sind, wie zum Beispiel durch eine defekte Wasserrohrleitung. Schon ein winziger Riss in einer Wasserleitung kann dazu führen, dass das Pilzwachstum angeregt wird. Es ist daher wichtig, solche Schäden umgehend zu beseitigen, um Einsturzgefahr zu vermeiden und für die Wertbeständigkeit Ihrer Immobilie zu sorgen.

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