Haben Sie sprichwörtlich Lust auf einen Tapetenwechsel? Im Fachhandel gibt es eine bunte Vielfalt an Tapetenkollektionen, die Ihr Heim zu neuem Leben erwecken können. Wenn Sie selber tapezieren möchten, dann finden Sie im heutigen Ratgeber Tipps, wie Sie dabei richtig vorgehen.

Wie viel Material wird benötigt?

Messen Sie vor dem Tapetenkauf die Höhe und Breite des Zimmers. Die Länge der Tapetenbahnen entspricht der Höhe der Wand, von der oberen Ecke bis hin zum Boden bzw. bis hin zur Bodenleiste. Es ist empfehlenswert für jede Bahn neben der gemessenen Wandhöhe zusätzliche 10 cm zu veranschlagen, damit der letzte Zuschnitt leichter ausgeführt werden kann. Beziehen Sie bei der Berechnung Ihres Tapetenbedarfs auch einen möglichen Verschnitt mit ein, beispielsweise bei Fenstern, bei Schrägen oder auch aufgrund von Fehlern. Notieren Sie sich die berechnete Menge.

Vorbereitung

Entfernen der alten Tapete

Vor jedem erneuten Tapezieren ist es notwendig die alte Tapete zu entfernen, damit die neue Tapete gut an der Wand haften kann. Außerdem sollte die Wand so eben wie möglich sein, um nach dem erneuten Tapezieren Unebenheiten zu vermeiden sowie der Tapete genügend Halt zu bieten. Wie Sie beim Entfernen am Besten vorgehen, ist von der jeweiligen Tapetenart abhängig. Simple Tapeten, die aus Papier und Zellstoff bestehen, können mithilfe einer mit Wasser gefüllten Sprühflasche auf direkte Weise ein wenig eingeweicht werden, um diese besser von der Wand lösen zu können. Wenn die alte Tapete dick und wasserundurchlässig ist, wie es zum Beispiel bei Vinyltapeten der Fall ist, dann empfiehlt sich die Verwendung einer Nagelwalze. Mit diesem Werkzeug können Sie die Tapete perforieren, damit das Wasser sich seinen Weg in die Struktur bahnen kann und die Tapete von innen eingeweicht wird.

Nun kann die Tapete mit einer Spachtel abgekratzt werden. Dabei sollten Sie vorsichtig vorgehen, um kleine Löcher in der Wand zu vermeiden. Für den Fall, dass sich die Tapetenreste nur schwer von der Wand lösen, dann weichen Sie die Wand nochmals ein. Wenn die alte Tapete hartnäckig an der Wand festklebt, dann können Sie Tapetenlöser verwenden, um die alten Leimrückstände einfach zu entfernen. Ganz besonders leicht lässt sich die alte Tapete mit einem Dampftapetenlöser entfernen.

Zimmer und Wände vorbereiten

Schalten Sie den Strom ab und nehmen Sie die Verkleidungen der Steckdosen und Lichtschalter ab. Diese werden später übertapeziert und danach mit dem Cutter entsprechend ausgeschnitten.

Die Wände sollten von Staub und Schmutz befreit werden, um zu gewährleisten, dass die neue Tapete einen festen Halt hat. Auch sollte die Wand eine möglichst ebene Fläche aufweisen. Aus diesem Grund sollten jegliche Risse und Löcher mit Gips bzw. Spachtelmasse aufgefüllt werden.

Räumen Sie soweit möglich alle Möbel aus dem Zimmer, um mehr Platz zum Tapezieren zu bekommen und sicherzustellen, dass Ihre Möbel keinen Schaden nehmen. Alternativ die Möbel von der Wand rücken und in die Mitte des Zimmers stellen. Decken Sie die Möbel und den Boden mit einer robusten Plane ab. Fertig? Dann kann das Tapezieren losgehen!

Tapezieren

Je nach Art der verwendeten Tapete müssen entweder die Tapete und die Wand mit Kleister bestrichen werden oder nur eins von beiden. Für Raufasertapete sind spezielle Kleistersorten erhältlich, die mit Wasser angerührt werden. Für Vliesraufasertapeten ist die Verwendung von Vliestapetenkleister oder Rollkleister empfehlenswert, der direkt auf die Wand angebracht wird. Achten Sie dabei stets auf die Herstellerangaben für das richtige Mischverhältnis.

Schneiden Sie die Tapetenbahnen anhand der Wandabmessungen zu, lassen Sie dabei einige Zentimeter Überstand. Legen Sie die Bahnen auf dem Tapeziertisch aus und kleistern Sie diese ein. Legen Sie danach die eingekleisterte Tapete locker zusammen, damit der Kleister gut in die Tapete einziehen kann. Richten Sie sich bei der Dauer des Einweichens nach den Angaben des Herstellers.

Zeichnen Sie vor Anlegen der ersten Tapetenbahn eine gerade Linie an der Wand vor, um sicherzustellen, dass die Bahnen gerade verlaufen. Verwenden Sie dazu einen Bleistift und eine Wasserwaage.

Bringen Sie nun die Tapete Bahn für Bahn an der Wand an. Setzen Sie diese dabei immer oben an, indem Sie den oberen Teil der Tapetenbahn etwas überstehen lassen und darunter leicht andrücken. Danach die gesamte Bahn an der Wand anbringen. Gehen Sie dabei vorsichtig und gleichmäßig vor. Streichen Sie die Tapete mit der Tapezierbürste glatt, um Luftblasen zu entfernen. Überstehende Tapetenteile können einfach mit dem Cutter zugeschnitten werden.

Sind die Wände fertig tapeziert, dann müssen Sie die Tapete trocknen lassen. Diese Trocknungszeiten sind je nach Produkt unterschiedlich. Achten Sie dabei auf die Herstellerangaben, bevor Sie die Möbel wieder zurückstellen oder die Tapete überstreichen.

Fazit

Eine neue Tapete sorgt für frischen Wind und verwandelt kahle Wände in ein gemütliches Zuhause. Eigentümer können durch das Tapezieren einen nachhaltigen Mehrwert schaffen. Sie können dabei ganz nach Geschmack unter vielen verschiedenen Tapetenarten, Farben und Mustern auswählen. Mieter sollten bei der Auswahl jedoch auf neutrale Farben achten, um beim Auszug Schwierigkeiten bei der Endrenovierung zu vermeiden. Um sicherzugehen, dass Sie beim Tapezieren richtig vorgehen, ist es empfehlenswert stets die Angaben des Herstellers zu beachten.

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