Während die Mehrzahl der deutschen Städte in den letzten Jahren einen Anstieg ihrer Einwohner verzeichnet haben, sind dahingegen die Einwohnerzahlen auf dem Land geschrumpft. Zudem zeichnet sich im Umland der prosperierenden deutschen Großstädte ein größeres Wachstum ab als in den Großstädten selbst. So lautet das Ergebnis einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

In der BBSR-Studie wurde die Entwicklung der Bevölkerung von 1995 bis 2017 analysiert. Grundlage ist dabei die Bevölkerungsfortschreibung der Statistischen Ämter von Bund und Ländern, die um die Zensusergebnisse im Mai des Jahres 2011 bereinigt wurden. Dies hat ergeben, dass der städtische Raum einen Anstieg der Bevölkerung um etwa 2,2 Millionen Menschen registriert hat, was einem Plus von 4,1 % entspricht. Dahingegen nahm die Bevölkerungsanzahl im ländlichen Raum um 825.000 Einwohner ab, was einen Rückgang um 3 % bedeutet. 

In den meisten Kreisen stieg die Zahl der Einwohner, nämlich ingesamt in 227 Kreisen (davon 136 städtische sowie 91 ländliche Kreise). Währenddessen nahm die Zahl der Einwohner in 62 städtischen Kreisen sowie in 112 ländlichen Kreisen ab. In der BBSR-Studie werden alle kreisfreien Großstädte und städtischen Kreise nach bestimmten Merkmalen wie die Einwohnerdichte als “städtisch” definiert.

Anstieg im Münchner und Berliner Umland, Abnahme in Ostdeutschland

Besonders im Münchner Umland ist die Zahl der Einwohner stark gestiegen. Während es in München im Zeitraum 1995 bis 2017 rund 18 % neue Einwohner gab (fast 1,5 Millionen), wurde in Erding ein Plus um ganze 31,5 % verzeichnet. Gefolgt von Ebersberg mit 28,4 % und Freising mit 27,2 % neuen Einwohnern. Sowohl in Dachau und dem Kreis München stieg die Einwohnerzahl um 25 % und in Landsberg am Lech um 20,2 %.

Auch das Berliner Umland registrierte einen größeren Anstieg als die Hauptstadt selbst. In Berlin stieg die Zahl der Einwohner um 5,6 % und in Potsdam-Mittelmark bereits um fast 27 %. Selbst die Kreise, die relativ dünn besiedelt sind, haben einen deutlichen Anstieg erfahren. Dazu gehören Havelland mit 22 % und Oberhavel mit 23,6 %.

In anderen ländlichen deutschen Regionen ist die Einwohnerzahl jedoch stark gesunken, das gilt vor allem in Ostdeutschland. So fand die BBSR-Studie heraus, dass die Kreise Oberspreewald-Lausitz, Uckermark, Görlitz und Prignitz sowie Frankfurt an der Oder zwischen 1995 und 2017 einen Bevölkerungsschwund um rund ein Viertel verzeichneten.

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