In Deutschland ist unter anderem das Bauland knapp, der Bauwirtschaft fehlt es an Kapazitäten und im Wohnungsneubau herrschen akute Engpässe. Das Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos hat die Wohnungsbau-Situation analysiert und die Ergebnisse im Rahmen des Berliner Wohnungsbau-Tages am 09. Mai vorgestellt.

Die Studie hat herausgefunden, dass sich die Bautätigkeit sowie der Wohnungsneubau hierzulande zwischen den Jahren 2011 bis 2017 bedeutend erhöht hat. In diesem Zeitraum sind 1,65 Millionen Wohnungen entstanden, was den Bedarf jedoch nicht deckt. In 2017 betrug die Bedarfsdeckung lediglich 76 %, denn von den jährlich 375.000 neuen Wohnungen, die sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt hat, wurden im Jahr 2017 nur 285.000 fertiggestellt. Auch im sozialen Wohnungsbau lief es nicht nach Plan, denn in diesem Sektor wurden in 2017 gar nur ein Drittel der erforderlichen Wohnungen fertiggestellt.

Baulandpreise drastisch gestiegen

Die teilweise dramatische Erhöhung der Baulandpreise hat dazu geführt, dass sich die Lage auf den Mietmärkten in den deutschen Großstädten zugespitzt hat. Die durchschnittlichen Quadratmeterpreise für Bauland haben sich von 2011 bis 2017 in den deutschen A- und B-Städten beinahe verdoppelt. In den A-Städten betrugen sie im Jahr 2011 etwa 600 Euro je Quadratmeter und in 2017 dann schon 1120 Euro. Im bundesweiten Vergleich ist das Bauland in München mit 2.740 Euro pro Quadratmeter und Stuttgart mit 1.300 Euro je Quadratmeter am teuersten.

Währenddessen wurden im gleichen Zeitraum weniger Baugrundstücke verkauft, so verzeichneten die B-Städte ein Minus von 18 % und die A-Städte sogar um ein Drittel. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den steigenden Mietpreisen wider.

Angesichts der Tatsache, dass der Wohnungsmarkt immer angespannter wird, es an Bauland mangelt und die Baukosten in die Höhe geklettert sind, ist vor allem die Zahl der Fertigstellungen im Geschosswohnungsbau gewachsen, so hat zwischen den Jahren 2011 und 2017 eine Verdoppelung stattgefunden und die Größe der gebauten Wohnungen verringert sich zunehmend.

Bodenpreise sind Preistreiber

Vor allem in Städten und den Ballungsräumen wird der Wohnungsneubau durch die hohen und steigenden Bodenpreise gehemmt. Anhand einer Modellrechnung legten die Experten dar, dass die Verdopplung der Grundstückskosten sich in einigen Jahren in den von Anspannung gekennzeichneten Wohnungsmärkten auf die Mietpreise auswirkt und deutliche Erhöhungen der Kaltmiete zur Folge hat, nämlich ein Plus von 10 bis 40 %. Dadurch bilden die Bodenpreise für den Wohnungsneubau einen weiteren Preistreiber.

In Auftrag gegeben wurde die Prognos-Studie vom Verbändebündnis Wohnungsbau, dem sich sieben Interessenverbände der Bau- und Immobilienbranche angeschlossen haben.

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