Mit dem Neubau von Mietwohnungen erhoffen sich manche Bauherren einen steuerlichen Vorteil. Immerhin lassen sich inzwischen viele Dinge von der Steuer absetzen. Diskussionen zu einem Gesetz gibt es schon lange. Nun soll der erste Entwurf stehen.

Vergangener Mittwoch war der Tag, an dem die Bundesregierung schließlich den Gesetzesentwurf in Bezug auf steuerliche Sonderabschreibungen für gebaute Mietwohnungen verabschiedet. Damit geht die Regierung auf ein Thema ein, das schon seit vielen Jahren ein Thema ist. Der Gesetzesentwurf enthält interessante Punkte. So sollen private Investoren die Möglichkeit bekommen, sowohl im ersten als auch im zweiten Jahr nach dem Bau die Wohnung steuerlich über eine Abschreibung geltend machen zu können. Auch im Folgejahr ist eine Abschreibung noch möglich. Allerdings sinkt hier der Prozentsatz. In den ersten beiden Jahren liegt der Prozentsatz bei 10%, ein Jahr später dann nur noch bei 9%. Es bleibt aber auch bei der regulären Abschreibung. Insgesamt kommt es dann zu einer Abschreibung in Höhe von bis zu 35%.

Förderung nicht für alle

Der Gesetzesentwurf macht aber auch deutlich, dass diese Art der Förderung nicht für alle Immobilien gilt. Vor allem der Bau von sehr kostenintensiven Mietwohnungen soll davon ausgenommen sein. Wenn die Baukosten einen Preis von 3.000 Euro pro Quadratmeter überschreiten, dann sind sie von der Förderung nicht zu Teilen sondern komplett ausgeschlossen. Diese Zahl wurde so nicht erwartet. So hieß es, dass die Zahl eigentlich schon bei 2.200 Euro pro Quadratmeter liegen soll. Die Anhebung wurde von einer Person durchgesetzt. Hier hat der Stadtrat der Hansestadt Hamburg seine Vorstellungen durchdrücken können. Grund dafür ist, dass der Bau von Häusern im Hamburger Stadtgebiet generell sehr teuer ist. Generell gab es aber auch Kritik an der recht geringen Ausschlussgrenze, die erst angegeben werden sollte.

Aber: Wenn ein Gebäude weniger als 3.000 und mehr als 2.000 Euro pro Quadratmeter im Bau kostet, dann ist es dennoch nur möglich, die Abschreibungen auf einen Betrag von bis zu 2.000 Euro pro Quadratmeter durchzuführen.

Die Abschreibungen selbst gelten auch nicht überall. So können sie in Gebieten eingesetzt werden, die eine Mietstufe von IV bis höchsten VI haben sowie in Gebieten, wo eine Kappungsgrenze oder eine Mietpreisbremse durch die Landesregierungen erlassen wurden.

Nur beschränkte Gültigkeit

Der Gesetzesentwurf gilt, wenn er durchgesetzt wird, aber nur für einen bestimmten Zeitraum und nur für Gebäude, die in einem vorgegebenen Zeitraum mit einem Bauantrag angemeldet wurden. Der Bauantrag für den Bau von Mietwohnungen muss zwischen dem 1. Januar 2016 sowie dem 31. Dezember 2018 eingegangen sein. Wichtig zu wissen: Auch dann ist die Abschreibung über die Sonderregelung ausschließlich bis 2022 möglich. Wie hoch die Förderung tatsächlich ist, ist abhängig von den Wohngeldstufen. Das teilte der Immobilienverband IVD mit.

Was soll die Sonderregelung bringen?

Die Sonderregelung wird von der Bundesregierung mit einem Hintergedanken verabschiedet. Die Knappheit an Wohnungen vor allem in den Großstädten ist kein Geheimnis. Durch die Sonderregelung sollen Bauherren animiert werden, möglichst mehr Wohnungen zu bauen als geplant. Die Hoffnung liegt hier bei der Zahl 100.000. So viele Wohnungen erhofft sich die Bundesregierung durch die Sonderregelung und das in möglichst kurzer Zeit. Die Miete dieser Wohnungen soll möglichst günstig sein. Inwieweit sich diese Hoffnung erfüllt, bleibt erst einmal abzuwarten.

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