Grundstücke, bei denen eine Baugenehmigung bereits erteilt wurde, werden vermehrt verkauft. Dies führe dazu, dass der Bau von Wohnungen gehemmt werde. Der massive Anstieg der Preise für Bauland in Berlin treibt den Grundstückshandel an.

Nach Angaben des Statistischen Landesamts belaufe sich der Berliner Baustau aktuell auf etwa 65.000 Wohnungen. Das bedeutet, dass in einem Fünf-Jahres-Zeitraum beinahe eine Verfünffachung des Bauüberhangs stattgefunden hat.

Fachkräftemangel im Bausektor

Wenn Grundstücke mit erteilter Baugenehmigung mehrmals verkauft werden, dann sei dies für den Wohnungsbau hinderlich, so die gängige Meinung der Immobilienexperten. Aber nicht nur die Spekulation führe zu einer Beeinträchtigung für den Bau von Wohnungen, sondern auch fehlende Baukapazitäten sowie Fachkräftemangel seitens der Baubranche. Zudem herrsche Verunsicherung aufgrund politischer Entscheidungen.

Ein großes Problem sei, dass lediglich die größeren Bauträger in der Lage sind, Baufirmen und Handwerksbetriebe auf Dauer an sich zu binden. Dies schaffen sie dadurch, dass sie stetig Projekte durchführen und die Baufirmen und Handwerksbetriebe dadurch jedes Mal bereits für den folgenden Auftrag beauftragen können. Für diejenigen, die hingegen nur gelegentlich bauen, ist es häufig schwieriger, aufgrund des wachsenden Engpasses Bauunternehmen und Handwerker zu finden. Auch der öffentliche Sektor habe Probleme, Baufirmen zu finden. Der Personalengpass auf dem Bau sorge dafür, dass Bauvorhaben um Monate verzögert werden. Alle Gewerke seien von dem Mangel an Fachkräften im Bausektor betroffen. Insbesondere Bauleiter seien in den letzten Jahren sehr selten geworden.