Für viele Arbeiten im Haus ist ein Handwerker unerlässlich. Woran können Sie aber einen guten Handwerker erkennen? Wie können Sie sich vor Abzocke schützen? Hier geben wir Ihnen nun einen kleinen Leitfaden.

Die Suche nach dem richtigen Handwerker

Es ist nicht immer einfach, einen seriösen Handwerker zu entdecken. Wenn der Handwerkerdienst ein Mitglied einer Innung ist, dann ist dies in der Regel ein gutes Zeichen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer örtlichen Handwerksinnung nach Mitgliederbetrieben vor Ort. Um Anfahrtskosten zu reduzieren, macht es generell Sinn einen Handwerkerbetrieb zu beauftragen, der in der näheren Umgebung ansässig ist. Neben dem Branchenbuch lassen sich auch im Internet eine Menge Handwerker finden und viele Portale ermöglichen Ihnen eine Suche nach unterschiedlichen Kriterien. Von Handynummern oder 0800er-Nummern wird eher abgeraten, da es sich dabei eventuell um unseriöse Dienstleister handeln kann. Auch wenn der Handwerker oder die Handwerksfirma Ihnen am Telefon keinen verbindlichen Preis nennen kann, sollten Sie lieber einen anderen Anbieter suchen. Am Besten sind häufig Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis. 

Termineinhaltung

Es kann natürlich vorkommen, dass ein Handwerker einen Termin mal nicht einhalten kann, sei es krankheitsbedingt, aufgrund von Terminüberschneidungen oder anderen Gründen. Handelt es sich dabei um ein Fixgeschäft, bei dem der Termin im Vertrag festgelegt wurde, dann haben Sie im Allgemeinen das Recht einen anderen Handwerker zu beauftragen, sofern er noch nicht mit der Arbeit angefangen hat. Wenn im Vertrag das Datum allerdings mit Wörtern wie „voraussichtlich“ oder „schätzungsweise” einhergeht, dann muss dem Handwerker eine entsprechende Frist gewährt werden.

Für den Fall, dass er die Arbeit rechtzeitig begonnen hat, sich der Fertigstellungstermin jedoch deutlich nach hinten verschiebt, da der Handwerker sich verkalkuliert hat, dann können Sie unter Umständen Schadenersatz einfordern. Allerdings wird dafür vorausgesetzt, dass auch tatsächlich ein Schaden vorliegt. Empfehlenswert ist es in einem solchen Fall jedoch zuerst direkt mit dem Handwerkerbetrieb zu sprechen, anstatt sofort einen Anwalt hinzuzuziehen. In vielen Fällen lässt sich die Angelegenheit nämlich einfach regeln, da die meisten Handwerker kulant und entgegenkommend sind, wenn sie den Schaden selbst zu verschulden haben.

Was gibt es bei der Rechnung zu beachten?

Wenn Sie einen Kostenvoranschlag verlangen, können Sie sich besser vor bösen Überraschungen schützen. Wenn ein Kostenvoranschlag vorliegt, darf der Rechnungsbetrag nämlich nicht mehr als 15 bis 20 % davon übersteigen. Sollten die Kosten höher liegen, so hat der Handwerker die Pflicht, dies noch während der Arbeiten anzukündigen und den Preisanstieg zu begründen. Als Kunde haben Sie dann das Recht den Anstieg entweder zu akzeptieren oder den Vertrag zu kündigen.

Da der Handwerker einen beliebigen Stundenlohn verlangen kann, lohnt es sich, mehrere Angebote einzuholen und diese dann miteinander zu vergleichen. Achten Sie darauf, dass der Stundenlohn nicht zu weit über dem üblichen Vergleichslohn liegt (Sie können sich beispielsweise bei der Verbraucherzentrale über die Höhe des Vergleichslohns erkundigen).

Es ist dem Handwerker nicht gestattet, die tatsächliche Arbeitszeit aufzurunden, weder auf halbe Stunden noch auf volle Stunden. Erlaubt ist es jedoch stattdessen zum Beispiel im Sechsminutentakt abzurechnen, wie es in der Branche üblich ist. Auf der Rechnung muss der Betrag inklusive der Mehrwertsteuer stehen, und zwar immer dann, wenn es sich um eine Handwerkerleistung für einen Endverbraucher handelt. Fallen Anfahrtskosten an, so haben Handwerker die Möglichkeit, diese entweder auf den Kilometer genau abzurechnen oder dafür eine Pauschale zu verlangen.

Sobald Sie die Rechnung vom Handwerker erhalten, sollten Sie diese ganz genau unter die Lupe nehmen. Für den Fall, dass Ihnen Fehler oder Unstimmigkeiten auffallen, verweigern Sie, Ihre Unterschrift darunter zu setzen. Wenn Sie unterschreiben, dann haben Sie es schwer, diese Rechnung im Nachhinein anzufechten. Wenn etwas falsch abgerechnet wurde, dann können die strittigen Beträge der entsprechenden Posten zunächst von der Rechnungssumme abgezogen werden und der reduzierte Rechnungsbetrag gezahlt werden. Der Handwerker sollte dabei umgehend schriftlich darüber informiert werden und die Gründe für die Kürzung angegeben werden. Die Beweispflicht liegt beim beauftragten Handwerkerbetrieb, denn dieser muss nachweisen, dass die Rechnungshöhe tatsächlich angemessen ist.

Gut zu wissen: Handwerker dürfen weder Zahlungen in bar verlangen noch eine Bezahlung direkt vor Ort.

Sonstige wichtige Punkte

  • Sollte der Handwerker eine Anzahlung fordern, dann muss er diese begründen. Während eine Anzahlung für Material im Allgemeinen gestattet ist, so werden die vom Handwerker erbrachten Leistungen erst bei der Abnahme der Dienstleistung fällig.
  • Ab dem Datum der Abnahme besteht eine gesetzliche Gewährleistung von zwei Jahren. Wenn während dieser Zeit Mängel auftreten, so ist der Handwerker dazu verpflichtet diese nachzubessern, sofern sie nicht auf Verschleiß zurückzuführen sind.
  • Für den Einbau von Ersatzteilen muss der Handwerker vorab Ihre ausdrückliche Zustimmung einholen. Dabei sollte der Handwerker Ihnen genau erläutern, aus welchem Grund das Ersatzteil erforderlich ist. Sollte der Handwerker das Ersatzteil einbauen, obwohl Sie dem nicht zugestimmt haben, dann haben Sie das Recht die Zahlung zu verweigern.

Fazit

Wählen Sie den Handwerker sorgfältig aus, bevor sie ihm den Auftrag erteilen, denn nur ein guter Handwerker trägt dazu bei, den Wert Ihrer Immobilie beizubehalten. Gut erledigte Arbeiten sind bei einem eventuellen späteren Verkauf förderlich, insbesondere dann, wenn Sie dem potenziellen Käufer für die ausgeführten Arbeiten eine Rechnung vorlegen können. Behalten Sie außerdem im Hinterkopf, dass Streitigkeiten einen Verkauf verzögern könnten. Stellen Sie zudem sicher, dass Sie die Rechnung sorgfältig prüfen, um Abzocke zu vermeiden.                                         

Bei Problemen sollten Sie zunächst versuchen sich mit dem Handwerksbetrieb zu einigen, denn dies ist generell der schnellste und günstigste Weg, um das Problem aus der Welt zu schaffen. Sollte eine Einigung nicht möglich sein, dann können Sie sich generell von der örtlichen Handwerkskammer beraten lassen und erst im letzten Schritt einen Gutachter bzw. Rechtsanwalt beauftragen.

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