Im Jahr 2016 wurden in Deutschland 237,5 Milliarden Euro für Wohnhäuser, Baugrund sowie Gewerbeimmobilien ausgegeben. Der Arbeitskreis der Gutachterausschüsse spricht in seinem Immobilienbericht 2017 von einem neuen Rekord, denn im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einer Erhöhung um 4 %.

Die Nachfrage nach Wohnungen hat sich erhöht, dennoch ist die Zahl der verkauften Grundstücke für Mehrfamilienhäuser und der Flächenumsatz für Grundstücke in den letzten Jahren kaum angestiegen. Anders sah es jedoch bei den Preisen für diesen Grund und Boden aus.

Hinsichtlich Wohnimmobilien rechne der Arbeitskreis aktuell nicht mit einem Ende der Preiserhöhungen. Das gelte voraussichtlich für ganz Deutschland. Die Transaktionsstatistik für Immobilien, die von den Gutachterausschüssen deutschlandweit geführt werden, basieren auf Kaufverträge, die tatsächlich abgeschlossen wurden. Zudem werden die Statistiken nach Richtlinien geführt, die amtlich festgelegt sind. Dadurch gewinnen die vorgelegten Marktberichtzahlen an Gewicht.

Große Preisunterschiede

Insgesamt wurden laut dem Marktbericht 237,5 Milliarden Euro investiert, wovon die Mehrheit in Wohnimmobilien geflossen ist: Das Jahr 2016 verzeichnete 155,7 Milliarden Euro, ein Anstieg um 6 % im Vergleich zum Vorjahr. Dabei ist die Zahl der Transaktionen auf 727.000 gesunken, das entspricht einem Minus von 1 %. Der Arbeitskreis bewertet dies als ein Hinweis darauf, dass Wohnimmobilien deutlich teurer werden. Bei dem umsatzschwersten Wohnimmobiliensegment, nämlich Eigenheime, gelte das auch. Der Umsatz ist im Jahr 2016 auf 59,4 Milliarden Euro gewachsen, das entspricht einem Plus von 6 %. Zugleich ist die Anzahl der Transaktionen leicht gesunken, und zwar um 1 % auf 264.000. Die Unterschiede hinsichtlich der Preise sind beträchtlich. Die geringsten Preise für frei stehende Ein- und Zweifamilienhäuser im Bestand betrugen im thüringischen Kyffhäuserkreis im Durchschnitt 470 Euro pro Quadratmeter und die höchsten Preise mussten die Käufer in München und in Konstanz auf den Tisch legen, wo durchschnittlich 8.500 Euro/qm (München) bzw. 5.150 Euro/qm (Konstanz) fällig wurden.

Eigentumswohnungen

Der Geldumsatz, der mit Eigentumswohnungen erzielt wurde, ist in 2016 um 7 % gewachsen und betrug 56,1 Millionen Euro. Währenddessen ist die Verkaufszahl mit 291.000 relativ gleich geblieben. Auch in Hinsicht auf Eigentumswohnungen im Bestand waren die Preise in München am teuersten. In der bayerischen Landeshauptstadt kostete der Quadratmeter durchschnittlich 5.500 Euro. Sylt ist der zweitteuerste Ort in Deutschland für Eigentumswohnungen. Wer auf dieser Insel eine Eigentumswohnung möchte, muss im Durchschnitt 4.370 Euro pro Quadratmeter hinblättern.

Mehrfamilienhäuser

Die Zahl der Transaktionen bei Mehrfamilienhäusern sind mit rund 31.000 gleich geblieben, und das schon seit mehreren Jahren. Die letzten drei Jahre haben auch einen konstanten Geldumsatz verzeichnen können. Im Jahr 2016 sind Immobilien für 21 Millionen Euro gehandelt worden.

Bei Baugrundstücken für Geschosswohnungsbauten zeichnet sich allerdings ein anderes Bild ab. In diesem Segment hat sich die Zahl der verkauften Grundstücke sowie der Grundstücksflächenumsatz in den letzten Jahren kaum erhöht. Dafür sind aber die Grundstückspreise ordentlich gestiegen. In konkreten Zahlen bedeutet das, dass im Jahr 2016 bei 5.900 Verkäufen 1.000 ha für rund 4 Milliarden Euro gehandelt wurden.

Gewerbe

Insgesamt wurden im Jahr 2016 Wirtschaftsimmobilien für 60 Milliarden Euro gehandelt. Darauf entfielen 22,1 Milliarden Euro auf Handelsimmobilien und 17,3 Milliarden Euro auf Büro- und Praxisgebäude.

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