Teilweise gibt es in den deutschen Großstädten einen erheblichen Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen, allerdings entstehen nicht genügend neue Wohnungen. Laut des Statistischen Bundesamts (Destatis) liege das Problem nicht bei der Zahl der Genehmigungen, sondern hauptsächlich bei den Fertigstellungen.

Verglichen mit dem Jahr 2012 gab es in Deutschland 2018 einen Bevölkerungsanstieg von 2,5 Millionen Menschen. Die Zahl wuchs vor allem in den Großstädten. Spitzenreiter ist Leipzig mit einem Zuwachs von 12,9 %, gefolgt von Frankfurt mit 9,5 % und Berlin mit 8 %. Besonders die Altersgruppe der 20- bis 40-Jährigen zog in die Städte, zeitgleich zog die Gruppe der über 40-Jährigen wieder vermehrt aus den Metropolen weg.

Der Bauüberhang vergrößert sich zunehmend

Trotz der Zuwächse in den Großstädten hinkt der Bau von neuen Wohnungen hinterher. Die Ursache liege jedoch nicht bei den Genehmigungen, da sich diese im Zeitraum 2009 bis 2018 fast verzweifacht haben (von 178.000 auf 347.000). Vielmehr spiele nach Angaben von Destatis der Bauüberhang eine entscheidende Rolle beim Wohnungsmangel. Unter Bauüberhang versteht man die Differenz zwischen den genehmigten und den fertiggestellten Wohnungen. In ganz Deutschland hat sich dieser Bauüberhang fast verzweifacht und liegt bei 693.000 Einheiten.

Ein Grund für den hohen Bauüberhang sei der Personalmangel bei den Bauunternehmen, was dazu führe, dass die Bauaufträge nicht schnell genug durchgeführt werden können. Im Wohnungsbau stieg die Beschäftigungszahl zwischen 2008 und 2018 um nur 25 %, während sich die Auftragsbestände im gleichen Zeitraum fast verdreifacht hätten, so Destatis.

Durch den Wohnraummangel leben Großstädter auf immer engerem Raum zusammen. Im Zeitraum von 2010 bis 2018 verringerte sich die Wohnfläche pro Person im Durchschnitt auf 39,2 Quadratmeter, was einer Reduzierung um 1,7 qm entspricht.

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