Niedrige Bauzinsen, steigende Mieten und Förderungen für energetische Sanierungen – ein Immobilienkauf lohnt sich auch im Jahr 2015. Dennoch gibt es einige Änderungen, die für Hausbesitzer und -erwerber finanzielle Nachteile mit sich bringen können.

Wer eine Immobilie kauft, muss ab Januar 2015 mit einer Grunderwerbsteuer von 6,5 % im Saarland und in Nordrhein-Westfalen rechnen. In Brandenburg ist ebenfalls eine Erhöhung geplant. Wer hier über einen Immobilienkauf nachdenkt, profitiert von einer zügigen Entscheidung. Neben Grunderwerbsteuererhöhungen, Mietpreisbremse und Bestellerprinzip gibt es weitere gesetzliche Änderungen, die eine finanzielle Mehrbelastung mit sich bringen.

Dämmung von Decke oder Dach

Die Energiesparverordnung (EnEV) schreibt vor, dass Decken, die beheizte Räume vom unbeheizten Dachraum trennen, gedämmt werden müssen. Alternativ dazu kann eine Dämmung des Daches vorgenommen werden. Der maximale Wärmedurchgangswert liegt hierbei bei 0,24 W/(m² K). Bis zum 31. Dezember 2015 haben Eigentümer von Wohngebäuden Zeit, die Nachrüstungen vorzunehmen. Doch auch für Eigentümer von Nichtwohngebäuden gelten die Bestimmungen und zwar immer dann, wenn die Gebäude mindestens vier Monate im Jahr auf mindestens 19 °C beheizt werden.

Austausch von Heizkesseln

Ab diesem Jahr dürfen Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden und nach dem 1. Januar 1985 eingebaut oder aufgestellt worden sind, nicht mehr betrieben werden. Diese Vorschrift der Energiesparverordnung gilt allerdings nicht für Niedertemperatur-Heizkessel oder Brennwertkessel.

Nachrüstungspflicht bei Hauskauf

Wer als Eigentümer ein Wohngebäude mit maximal zwei Wohnungen bereits vor dem 1. Februar 2012 selbst bewohnt hat, muss die oben beschriebenen Nachrüstungen nicht vornehmen. Hier gilt es jedoch für Immobilienerwerber: Aufgepasst! Wer eine solche Immobilie erwirbt, ist zu einer Nachrüstung verpflichtet. Er muss sowohl die Dämmung vornehmen als auch den Heizkessel austauschen. Hierfür hat er allerdings zwei Jahre ab dem Tag des Eigentumsübergangs Zeit. Wer die erforderlichen Nachrüstungen nicht durchführt, kann mit einem Bußgeld von bis zu 50.000,- EUR geahndet werden.

Schornsteinfegerleistungen in der Steuererklärung

Wer in diesem Jahr seine Steuererklärung für das Jahr 2014 fertig macht, muss die Neuregelungen hinsichtlich des Steuerbonuses beachten. Schornsteinfegerleistungen aus dem Jahr 2013 konnten in der Steuererklärung von 2014 noch komplett abgesetzt werden. Als begünstigte Leistung werden in diesem Jahr nur noch Kehr-, Reparatur- und Wartungsarbeiten angesehen, so der Bund der Steuerzahler. Ausgenommen von der Vergünstigung sind demnach Mess- und Überprüfungsarbeiten sowie die Feuerstättenschau. Wichtig für die Vorlage beim Finanzamt ist, dass die Arbeiten, die vom Schornsteinfeger vorgenommen wurden, aus der Rechnung hervorgehen.

Rauchmelderpflicht

Die Rauchmelderpflicht ist in Deutschland Ländersache. Ausgenommen davon sind bisher lediglich Berlin und Sachsen. In den meisten Bundesländern ist der Einbau von Rauchmeldern bereits jetzt gesetzlich verpflichtend, vor allem für Neubauten. Doch auch die Frist für die Nachrüstung von Bestandswohnungen läuft. Bis zum 31.12.2015 haben Eigentümer hierfür in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt Zeit. In Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Schleswig-Holstein und Thüringen sind die Rauchmelder bereits Pflicht. Die Nachrüstung von Bestandsbauten kann in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Bayern bis zum Ablauf des Jahres 2017 vorgenommen werden. In Brandenburg ist hierfür bei Bestandswohnungen noch bis zum Ende des Jahres 2020 Zeit.

Meldepflicht für Zähler

Seit dem 1. Januar 2015 ist das neu geregelte Mess- und Eichgesetz in Kraft getreten. Gebäudeeigentümer und Wohneigentümergemeinschaften sind demnach verpflichtet, alle neu geeichten Zähler an eine nach Landesrecht zuständige Behörde zu melden. Werden Zähler, wie Wasserzähler, Wärmezähler, Strom- oder Gaszähler, ausgetauscht oder neu eingebaut, muss die Meldung innerhalb der nächsten sechs Wochen erfolgen.

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