Die Sonderabschreibung für den Mietwohnungsbau bewegt weiterhin die Gemüter. Für diese Woche Donnerstag ist geplant, dass der Bundestag nun abschließend darüber entscheidet. Das Problem: So weit kommt es erst gar nicht. Bereits am Dienstag hat die Bundesverwaltung entschieden, dass das Thema nicht auf den Tisch kommen wird.

Warum genau so entschieden wurde, ist bisher nicht klar. Die durch den Ältestenrat des Bundestags gefällte Entscheidung wurde derzeit noch nicht begründet. Ein möglicher Grund könnten jedoch die Zweifel sein, die durch Verbände und Unternehmen bereits am Montag geäußert wurden. Dort fand eine Expertenanhörung statt, die sich auf die Wirkung der Sonderabschreibung bezog. Doch die Kritik, die am Montag geäußert wurde, war nicht der erste Angriff auf die Sonder-AfA. Bereits einige Wochen zuvor gab es durch den Bundesrat Änderungswünsche, die sich auf die Sonderausschreibung bezogen.

Der Fokus der Kritik

Interessant ist dabei natürlich in erster Linie die Frage, welche Kritikpunkte vorgebracht werden. So macht der Deutsche Städtetage beispielsweise seine Meinung deutlich und weist darauf hin, dass es zwar durchaus mehr Mietwohnungen geben wird. Die Preise für die Mieten werden aber nicht sinken. Die Projektentwicklungsgesellschaft UTB ist sogar der Meinung, dass die Sonder-AfA in keinster Weise eine Auswirkung auf den Wohnungsmarkt haben wird und daher nicht erheblich ist. Grund für diese Einstellung ist, dass die Immobilienmärkte für Investoren grundsätzlich attraktiv sind und es eine Sonderabschreibung gar nicht braucht. Um die Preise auf dem Wohnungsmarkt zu senken ist es wichtig, eine Sozialbindung in Angriff zu nehmen.

Auch von der Freien Universität Berlin kommt Kritik. So wird hier darauf hingewiesen, dass der Gesetzesentwurf für Steuerbegünstigungen keine Alternativen zur Verfügung stellt. Das Beratungsunternehmen KUB sieht zudem den Punkt, dass sich die privaten Bauunternehmen in erster Linie auf den Wohnungsmarkt im gehobenen Segment spezialisiert haben und selbst die steuerlichen Vorteile für die Niedrigpreiswohnungen nicht interessant machen können.

Mehr positive Aspekte für Eigenheim-Bauherren

Der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter äußert sich über den Geschäftsführer Martin Kaßler und macht deutlich, dass es wichtig ist, den Steuervorteil nicht nur für Mietwohnungen, sondern auch für Eigentum möglich zu machen. Auf diese Weise kann das Potential für mehr Wohnraum bestmöglich ausgeschöpft werden. Dieser Meinung ist auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung. So kann doch darüber nachgedacht werden, zusätzlich zu den Steuervorteilen, die für Mietwohnungen eingeräumt werden, eine Zulage für Bauherren von Eigenheimen in den Gesetzesentwurf mit aufzunehmen. Viele Familien wünschen sich die Möglichkeit, Eigentum zu erwerben. Durch das geringe Einkommen besteht dazu jedoch keine Option. Mit Hilfe von einer Zulage wäre es möglich, diesen Familien den Wunsch vom Eigenheim erfüllen zu können.

Doch es gibt nicht nur Kritik gegenüber der Sonder-AfA. Durchaus positiv sieht der Wohnungswirtschaftsverband GdW die Pläne. Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin des GdW, weist darauf hin, dass der Verband die Pläne für die Sonderabschreibung durchaus als positiv ansieht und diese auch unterstützt. Dennoch werden auch hier Ideen für eine Anpassung laut, die sich in erster Linie auf die Investitionszulage beziehen, die zu Gunsten von Unternehmen notwendig wären.

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