In Niedersachsen herrscht vielerorts ein Mangel an bezahlbarem Geschosswohnungsbau. Dies ist vor allem überwiegend in den Großstädten, den Universitätsstädten und deren Umgebung und auch im Westen Niedersachsens der Fall, da hier bis 2040 ein Bevölkerungswachstum verzeichnet wird. Das geht aus der Wohnungsmarktbeobachtung 2019 hervor, die die NBank vor Kurzem präsentiert hat.

Es warten laut der NBank-Studie drei große Herausforderungen auf das niedersächsische Bundesland. Die größte Herausforderung in den kommenden Jahren sei es noch immer bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Gefolgt von der Herausforderung, Wohnungen zu schaffen, die altersgerecht sind. Als dritte Herausforderung gilt es dafür zu sorgen, dass ländliche Regionen attraktiv und lebenswert sind. Um Letzteres zu erreichen, sei unter anderem ein flächendeckendes und schnelles Internet in ganz Niedersachsen wichtig, eine stabile Mobilfunkversorgung und ein Ausbau des ÖPNV.

Zudem müssten die Kommunen motiviert werden, den Geschosswohnungsbau zu fördern. Bislang tun sich die Kommunen schwer damit, die dafür benötigten Flächen auszuweisen. Da die Zahl kleiner Haushalte stetig wächst, mangelt es vor allem an kleinen günstigen Mietwohnungen, sowohl in den Großstädten als auch auf dem Land.

Es wurde errechnet, dass Hannover zwischen 2017 und 2025 pro Jahr einen Bedarf von 2.400 neuen Geschosswohnungen hat. In den letzten fünf Jahren sind dort durchschnittlich allerdings lediglich 660 Wohnungen gebaut worden. Auch in Braunschweig sind nicht genügend Wohnungen entstanden, denn während der Bedarf bei 770 Wohnungen lag, sind nur 225 errichtet worden. Ähnlich sieht es in Göttingen aus: Von den 435 benötigten Wohnungen wurden nur 140 gebaut.

Ein wenig besser sieht die Lage in Osnabrück (Bedarf: 490; gebaut 275) und in Lüneburg (Bedarf: 375; gebaut 240) aus. Eindeutig positiver ist die Situation hingegen in Oldenburg, denn während der Bedarf dort bei 645 liegt, wurden pro Jahr 770 Wohnungen errichtet.

In den Groß- und Universitätsstädten wächst die Bevölkerung

Neben diesen Groß- und Universitätsstädten wird erwartet, dass auch zahlreiche Kommunen im Westen Niedersachsens bis zum Jahr 2040 wachsen werden. Dazu zählen vor allem die Landkreise Emsland, Vechta und Cloppenburg. Während im Emsland zwar eine Menge Bauland ausgewiesen wird, ist davon jedoch nur eine geringe Fläche für den Geschosswohnungsbau reserviert, nämlich lediglich 16 der 291 ha. Währenddessen sind es in Lingen 7 von 15 ha. Mit 55.000 Einwohnern stellt Lingen die größte Agglomeration im Emsland dar.

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