Der von Deloitte erstellte Property Index verzeichnet, dass Deutschland im Jahr 2017 mit einer Preissteigerung von 9,6 % gegenüber dem Vorjahr beim Kaufpreiswachstum in Europa ganz vorne liegt.

Im Rahmen der Deloitte-Analyse sind die Wohnungsmärkte in 14 Ländern Europas unter die Lupe genommen worden. Es sind jedoch nicht nur die hohen Preise ausschlaggebend, sondern auch inwieweit eine Wohnung für die Einwohner erschwinglich ist. Einfluss auf die Erschwinglichkeit haben auch Faktoren wie das Einkommen sowie die allgemeine Wirtschaftslage.

Die Studie stellt fest, dass in Deutschland zwar die Preise stark angezogen sind, Eigentumswohnungen jedoch noch immer erschwinglich blieben. So zahlt man in Deutschland für eine 70-qm-Wohnung durchschnittlich fünf Bruttojahreseinkommen, während es in Frankreich bereits acht Jahreseinkommen sind und in Großbritannien sind die Preise sogar noch höher, denn dort müssen knapp zehn Jahreseinkommen auf den Tisch gelegt werden, um sich eine solche Wohnung leisten zu können. In Tschechien kostet eine Wohnung elf Jahreseinkommen, womit die Wohnungen dort am teuersten sind, besonders mit Blick auf das relativ geringe durchschnittliche Einkommen.

München in den Top 3 der Städte mit den höchsten Kaufpreisen

Europaweit herrschen große Unterschiede, was sich insbesondere bei den Kaufpreisen bemerkbar macht. So liegen die Kaufpreise zwischen 1.080 Euro je Quadratmeter in Debrecen (Ungarn) und ganzen 16.512 Euro pro Quadratmeter in London. Die Top 3 der teuersten Städte bildet sich aus London, Paris und München. Mit München hat erstmalig eine deutsche Stadt einen Platz in die Top 3 der teuersten Städte geschafft. 7.500 Euro pro Quadratmeter werden in München im Durchschnitt für eine Eigentumswohnung verlangt, wodurch München etwa 130 % über dem Landesdurchschnitt liegt. Auch die Kaufpreise Berliner, Frankfurter und Hamburger Wohnungen liegen rund 50 % über dem deutschen Durchschnitt.

Deutsches Mietpreisniveau im Vergleich noch immer recht gemäßigt

Dank der niedrigen Zinsen ist es zwar einfacher Immobilienkredite aufzunehmen, dennoch wird Wohneigentum in vielen Orten zum Luxus, wodurch Mietwohnungen für viele Menschen die einzige Alternative darstellen. Besonders in den deutschen Großstädten sind die Mieten teilweise kräftig gestiegen, allerdings sind diese verglichen mit dem restlichen Europa trotzdem noch relativ gemäßigt. München nimmt auch bei den Mietpreisen die Spitzenposition unter den deutschen Städten ein. In der bayerischen Landeshauptstadt kostet der Quadratmeter den Mietern im Durchschnitt 16,50 Euro. Sowohl in London als auch in Paris liegt der Quadratmeterpreis um rund 10 Euro höher als in München. Im mittleren Bereich befand sich Frankfurt mit 11,70 Euro je Quadratmeter und im unteren Bereich lag Hamburg mit 10,40 Euro/qm sowie Berlin mit 9,30 Euro/qm.

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