Aufgrund der hohen Nachfrage nach bezugsfertigen und vor allem günstigen Mietwohnungen soll die nächste Stufe der EnEV 2016 eventuell für drei Jahre ausgesetzt werden. Die Bauministerkonferenz hat nun allerdings beschlossen, dass es keine Aussetzung der EnEV 2016 geben wird!

Update: 1. November 2015

Trotz der Forderung aus Kiel wurde im Rahmen der Bauministerkonferenz nun beschlossen, dass es keinen Aufschub für die nächste Stufe der Energieeinsparverordnung geben wird. Somit werden die Effizienzvorgaben für Neubauten ab dem 1. Januar 2016 doch wie geplant um 25 % verschärft.

Originale Meldung: Kritiker der EnEV2016 fordern Aussetzung

Die Flüchtlingskrise verschärft derzeit die ohnehin schon steigende Nachfrage nach günstigen und schnell beziehbaren Immobilien. So verwundert der Vorschlag der Kieler Landesregierung nur wenig: Die geplante nächste Stufe der Energieeinsparverordnung (EnEV 2016) soll erst 2019 in Kraft treten. Ziel ist es, dass ab dem 1. Januar des kommenden Jahres neu gebaute Wohnungen mindestens 25 Prozent weniger Primärenergie pro Jahr verbrauchen sollen. Dies soll durch

  • einen höheren Anteil regenerativer Energien bei der Warmwasser- und Stromerzeugung,
  • dickere Dämmschichten und
  • besser isolierte Fenster

erreicht werden. Da die Kosten für neue Bauprojekte durch die Einführung dieser Regelungen um jedoch sieben bis acht Prozent steigen, würden sich zum einen weniger Investoren finden, zum anderen die Mieten weiter steigen. Daher sollen die Regelungen für Neubauten für drei Jahre ausgesetzt werden, sodass neue Bauprojekte Bestandsschutz haben und auch künftig nicht davon betroffen sind.

Bislang spricht sich die Bundesbauministerin Barbara Hendricks allerdings gegen einen Aufschub der geplanten Neuerungen aus, um das Vorhaben der Bundesregierung, die CO2-Emissionen um 40 Prozent zu senken, umzusetzen.

Die internationale Klimakonferenz ist wahrscheinlich der Wendepunkt

Experten gehen jedoch davon aus, dass spätestens nach der internationalen Klimakonferenz in Paris doch eine Änderung in Betracht gezogen werden könnte. Es gibt jedoch auch Kritiker, wie Umweltschützer und den BEE-Geschäftsführer Dr. Hermann Falk, die sich gegen einen Aufschub der EnEV 2016 aussprechen, da die derzeitige Steigerung der Baukosten nur wenig mit höheren Kosten für die Energieeffizienz von Neubauten zu tun hat, sondern eher mit den spekulativen Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt. Im Gegenteil – für die Verbraucher würde die Aussetzung am Ende sogar noch mehr Kosten.

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