Den Energieausweis gibt es einmal als Verbrauchsausweis und einmal als Bedarfsausweis. Da stellt sich natürlich die Frage, wann welche Art des Ausweises benötigt wird. In der Energieeinsparverordnung (EnEV) sind zwar die beiden Arten vermerkt, direkte Hinweise darauf, wann welcher Energiesparausweis zum Einsatz kommt, sind jedoch schwer zu finden. Daher macht sich Verunsicherung unter den Hausbesitzern breit, die einen Energieausweis für ihr Eigentum benötigen. Tatsächlich kann das nicht einfach selbst entschieden werden sondern ist abhängig von Größe und auch von Baujahr des Hauses.

Deutliche Preisunterschiede bei den Energieausweisen

Einen deutlichen Unterschied gibt es bei den Kosten für die Ausstellung der Ausweise. Bei der Ausstellung für einen verbrauchsbasierten Energieausweis, der für Wohngebäude und für Nicht-Wohngebäude ausgestellt wird, ist mit einem Betrag in Höhe von rund 60,00 Euro zu rechnen. Für den bedarfsbasierten Energieausweis werden Kosten in Höhe von 200,00 Euro oder mehr fällig.

Interessant ist die Frage, warum solch eine deutliche Preisspanne bei den beiden Energieausweisen zu finden ist. Dies basiert auf der Grundlage, dass bei der Erstellung von einem bedarfsbasierten Energieausweis die Begehung des Gebäudes durch einen Sachverständigen notwendig wird. Grund hierfür ist, dass die Nachfragen zur Erstellung des Ausweises sehr spezifisch sind und teilweise nur vor Ort geklärt werden können. Daher ist der Preis für den bedarfsbasierten Energieausweis höher.

Wann kommt welcher Ausweis zum Einsatz?

Inzwischen wissen Hausbesitzer, dass sie den Energieausweis benötigen, wenn sie ein Haus vermieten oder verkaufen wollen. Teilweise ist es sogar notwendig, einen Energieausweis dann ausstellen zu lassen, wenn ein Haus saniert wird. Dies basiert jedoch darauf, ob im Rahmen der Sanierung eine Berechnung des Energiebedarfes erfolgt oder nicht. Die Entscheidung, welcher Energieausweis es wird, liegt dabei nicht in der Hand des Hausbesitzers. Der verbrauchsbasierte Energieausweis greift, wenn:

  • der Bauantrag für das Haus nach dem 31.10.1977 gestellt wurde,
  • das Haus fünf oder mehr Wohnungen hat,
  • das Haus unter fünf Wohneinheiten hat und beim Bau bereits auf dem Stand der Wärmeschutzverordnung aus dem Jahr 1977 waren.

Es handelt sich hierbei um eine „oder-Verordnung“. Wenn nur einer dieser Punkte zutrifft, dann greift die verbrauchsbasierte Variante.

Der bedarfsbasierte Energieausweis

Der bedarfsbasierte Energieausweis kommt dann zum Einsatz, wenn die Wohngebäude nur vier oder weniger Wohneinheiten beinhalten und vor der Geltung der Wärmeschutzverordnung aus dem Jahr 1977 erbaut worden. Auch eine Wahlfreiheit besteht. Einige Hausbesitzer haben die Möglichkeit, sich selbst zu entscheiden, welche der Varianten sie nutzen möchten. Das ist dann der Fall, wenn das Haus unter fünf Wohneinheiten besitzt und bereits auf der Grundlage der genannten Wärmeschutzverordnung errichtet bzw. nach 1977 erbaut wurde.

Hinweis: Grundsätzlich ist es möglich, sich immer für den bedarfsbasierten Energieausweis zu entscheiden. Pflicht wird er dann, wenn keiner der oben genannten Punkte zutrifft und nicht ausreichend oder vielleicht auch gar keine Verbrauchswerte vorhanden sind.

Die Vorgaben für Nicht-Wohngebäude

Anders sieht es bei Nicht-Wohngebäuden aus. Auch hier kann es notwendig werden, dass ein Energieausweis beantragt werden muss. Besitzer von Gebäuden, in denen sich keine Wohneinheiten befinden, können frei wählen. Hier gibt es keine Vorgaben, wann welcher Energieausweis zu beantragen ist.

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