Im Jahr 2018  haben die Bundesländer mit der Grunderwerbsteuer Einnahmen im Wert von 14,1 Milliarden Euro erzielt. Diese Summe stellt einen neuen Rekordwert dar. Verglichen mit 2017 ist dies nach Angaben des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), der sich dabei auf Daten des Bundesfinanzministeriums beruft, ein Anstieg um 7 %. Seit 2010 wurde eine Verdreifachung der Grunderwerbsteuereinnahmen verzeichnet.

Es werden kritische Stimmen darüber laut, dass die Bundesländer die Wohnkosten immer mehr in die Höhe schrauben, während es immer mehr an bezahlbarem Wohnraum mangelt. Es könne nicht angehen, dass die Länder sich bei der Höhe der Grunderwerbsteuer gegenseitig übertrumpfen, obwohl sie Rekordüberschüsse verzeichnen können.

Zudem haben Immobilienkäufer bei einem Immobilienkauf nicht nur die Grunderwerbsteuer zu tragen, sondern auch die Notarkosten, die in der Regel 2 % des Kaufpreises betragen sowie die Maklergebühren, deren Höhe von Bundesland zu Bundesland abweichen kann.

Bayern und Sachsen haben die niedrigste Grunderwerbsteuer

Seit 2006 sind die einzelnen Bundesländer in der Lage, die Höhe der Grunderwerbsteuer (GrESt) zu bestimmen und haben diese seitdem ganze 27 Mal erhöht. Ein Anstieg der Grunderwerbsteuern habe zur Folge, dass die Kaufnebenkosten steigen, wodurch auch die Mietpreise steigen.

Während nur noch in Bayern und Sachsen der ursprüngliche Satz von 3,5 % herrscht, haben alle anderen Bundesländer die Grunderwerbsteuer angehoben. In Hamburg liegt die Grunderwerbsteuer derzeit bei 4,5 %, in Niedersachsen, Bremen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt beträgt diese bereits 5 % und in Berlin und Hessen 6 %. Am höchsten ist die Grunderwerbsteuer in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Brandenburg und in Thüringen, wo jeweils 6,5 % fällig werden.

Alte Empfehlung noch immer gültig

Der BFW macht auf eine Empfehlung aufmerksam, die eine Steuerreformkommission bereits in 1983 ausgesprochen hat. Die Experten sind in jener Zeit zu dem Ergebnis gekommen, dass es gesamtwirtschaftlich vertretbar sei, wenn der Grunderwerbsteuersatz nicht mehr als 3 % betrage. Es gelte weiterhin, dass eine bundesweite Senkung der Grunderwerbsteuer auf ein investitionsfreundliches Niveau notwendig sei. Dies sei für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum erforderlich, so BFW.

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