Im Tarifstreit um die Einführung eines Mindestlohns auf dem Bau gibt es nun eine Einigung. Der Schlichterspruch wurde von den Arbeitgebern angenommen, was bedeutet, dass der Mindestlohn nun bei 12,55 Euro pro Stunde liegen wird.

Die Arbeitgeber hatten ursprünglich einen einheitlichen Mindestlohn in der Branche gefordert, doch dieser Wunsch wird erst einmal nicht realisiert werden. Der Mindestlohn bleibt zweigeteilt, so wird bei der Lohnuntergrenze unterschieden, ob es sich um Hilfsarbeiten auf dem Bau (Mindestlohn 1) oder um qualifizierte Arbeiten in den alten Bundesländern und Berlin (Mindestlohn 2) handelt.

Durch die Annahme des Schlichterspruchs steigt der Mindestlohn wie folgt:

Mindestlohn 1

Ab dem 01. April 2020 wird der Mindestlohn 1 um 2,9 % erhöht und liegt dann bundesweit bei 12,55 Euro pro Stunde.

Mindestlohn 2

Der Mindestlohn 2 wird fortbestehen und steigt im April auf 15,49 Euro pro Stunde im Westen und auf 15,25 Euro pro Stunde in Berlin. Dies entspricht einer Erhöhung um jeweils 1,3 %.

Diese neuen Mindestlöhne sollen erst einmal nur bis Ende 2020 gültig sein.

Die Arbeitgeber halten dennoch an ihrem Wunsch eines einheitlichen Mindestlohns fest. Daher erwarten sie, dass der Streit um den Mindestlohn im Bausektor sich bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 fortsetzen werde. Der Grund sei, dass der Zoll bei einem einheitlichen Mindestlohn auf einfachere Weise prüfen könne, ob die Grenzen des Mindestlohns in der Lohngruppe 2 auch wirklich befolgt werden.

Aufatmen vonseiten der Baugewerkschaft

Die Baugewerkschaft spürt Erleichterung darüber, dass die Arbeitgeber den Schlichterspruch doch noch angenommen haben. Denn die Arbeitnehmervertreter hatten die Besorgnis gehabt, dass im schlimmsten Fall die Lohnuntergrenze soweit fallen könnte, dass sie nur noch dem gesetzlichen Mindestlohn von 9,35 Euro pro Stunde entspricht. In einem solchen Fall würden Dumping-Firmen angelockt werden, die diejenigen Baufirmen wirtschaftlich abdrängen könnten, die Tariflöhne zahlen und eine gute Qualität bieten.

Nun soll umgehend beim Bundesarbeitsministerium ein Antrag eingereicht werden, damit die neuen Mindestlöhne für alle Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die im deutschen Bauhauptgewerbe tätig sind, gelten. Nach Angaben von IG Bau handelt es sich dabei aufseiten der Arbeitnehmer um über 200.000 Bauarbeiter.

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