Rückgang der Genehmigungen im Wohnungsneubau

Der Wohnungsneubau verzeichnet weniger Genehmigungen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) gab es im ersten Halbjahr 2019 Genehmigungen für den Bau von 164.600 Wohnungen. Im Vergleich zum 1. Halbjahr 2018 waren das 2,3 % Wohnungen weniger. Berücksichtigung fanden dabei sowohl neue Gebäude als auch der Ausbau von bestehenden Gebäuden. Bei den Mehrfamilienhäusern betrug die Zahl der Baugenehmigungen 83.398 Einheiten, was einer Reduzierung um 3,2 % entspricht. Die Baugenehmigungszahlen für Einfamilienhäuser sind hingegen mit -0,1 % relativ konstant geblieben.

65 % höhere Wohnungsbaukosten seit 2000

Die Jahresstatistik 2018, die der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen veröffentlicht hat, zeigt, dass im Zeitraum zwischen 2000 und 2018 bei den Bauwerkskosten beim Wohnungsbau ein Plus von etwa 65 % verzeichnet worden ist. Der GdW umfasst etwa 3000 Unternehmen. Das Auswerten der Daten ergab, dass die Verordnungen zur Energieeinsparung (EnEV) seit 2002 einen Anstieg der Kosten um 16 % zur Folge hatten. Eine Gegenfinanzierung durch reduzierte Heizkosten ist nur teilweise möglich, da energetisch hocheffiziente Gebäude einen erhöhten betrieblichen Aufwand erfordern.

Seit 2000 gibt es bei den Baupreisen einen Anstieg um 45 %. Allein bei den Rohbauarbeiten gab es ein Plus um 41 %. Einen noch höheren Anstieg gab es beim technischen Ausbau von Gebäuden, dieser erhöhte sich nämlich um 146 %. Einen weiteren klar erkennbaren Anstieg gab es mit 72 % bei den Ausbaukosten sowie mit 67 % bei den Baunebenkosten. Von 2018 auf 2019 stellte die Zunahme der Baupreise laut GdW sogar den höchsten Wert seit 10 Jahren dar. Die Preise für Betonarbeiten sind um 5,8 % in die Höhe geklettert, die Maurerarbeiten um 6 % und die Erdarbeiten sind um 7 % angestiegen.

Auszahlung des Baukindergeldes an 43.000 Familien

Alles in allem haben über 112.000 Familien das Baukindergeld beantragt, deren Anträge werden von der KfW bearbeitet. Aktuelle Zahlen des Bundesinnenministeriums zeigen, dass bis Ende Juni 2019 das Baukindergeld bereits für 43.000 Familien angewiesen wurde. Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa seien dafür bisher 2,33 Mrd. Euro eingeplant.

Von diesen Familien besitzen 60 % ein jährliches Haushaltseinkommen (vor Abzug der Steuern) von bis zu 40.000 Euro, während etwa 40% der Haushalte nicht mehr als 30.000 Euro pro Jahr aufweisen. Somit sei dies ein Beleg dafür, dass das Baukindergeld einkommensschwächeren Familien nütze, so die Auffassung des Bundesinnenministeriums.

Zweitwohnungen in Bayern genehmigungspflichtig

Während mancherorts bereits durch hohe Zweitwohnsitzsteuern ein Versuch gestartet wurde gegenzusteuern – wie beispielsweise in Sylt-, haben bayerische Gemeinden nun im Kampf gegen den knappen und teuren Wohnraum eine neue Maßnahme ergriffen: Zweitwohnungen unterliegen fortan einer Genehmigung. Diese Genehmigung wird für neue Zweitwohnungen jedoch grundsätzlich nicht erteilt.

Sowohl die Gemeinde Berchtesgaden als auch Schönau am Königssee haben schon vor einigen Monaten eine entsprechende Satzung dazu erlassen, ebenso wie Ruhpolding und nun plant auch die Gemeinde Kreuth im Tegernseer Tal ein Verbot von Zweitwohnungen. Dadurch soll erreicht werden, dass diese Wohnungen nicht nur 2 Wochen im Jahr von Touristen bewohnt werden, sondern von Einheimischen genutzt werden können. Das Baugesetzbuch legt fest, dass eine Genehmigungspflicht für Zweitwohnungen nur in Tourismusregionen möglich ist, sofern diese für länger als sechs Monate jährlich leer stehen.

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