Wer Immobilieneigentümer ist und seine Immobilie selbst nutzt, dessen Vermögen ist mit ca. 225.000 Euro durchschnittlich zehnmal so hoch wie das Vermögen von Mietern, denn diese verfügen im Durchschnitt lediglich über ca. 24.000 Euro. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie, die vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) durchgeführt wurde und auf Daten des sozio-oekonomischen Panels (SOEP) beruht.

Während im Zeitraum 2002 bis 2012 das Nettovermögen sowohl von Mietern als auch von Eigentümern stagnierte, verzeichneten Eigentümer ab 2012 Wertsteigerungen ihrer Immobilien, die sich positiv auf ihr Nettovermögen auswirkten. Dank dieser Wertsteigerungen erhöhte sich das individuelle Nettovermögen in den Jahren 2012 bis 2017 durchschnittlich um ein Fünftel. Dabei fand die DIW-Studie heraus, dass die Höhe des Vermögens stark von Faktoren wie dem Alter, Einkommen und der Region abhänge. Erwachsene, die in Westdeutschland leben, verfügen über ein durchschnittliches Nettovermögen von rund 120.000 Euro und somit mehr als das Doppelte als die Menschen in Ostdeutschland (55.000 Euro). Mit abnehmenden Alter verringert sich dieser Abstand jedoch.

Fördermaßnahmen zur Vermögensbildung zeigen keine Wirkung

Die Studie rät, mehr Möglichkeiten zur Vermögensbildung zu schaffen, insbesondere für Haushalte mit unterem und mittlerem Einkommen, damit auch drohender Altersarmut vorgebeugt werden kann. Durch bereits bestehende Maßnahmen wie z. B. die Wohnungsbauförderung, das Baukindergeld oder die Arbeitnehmersparzulage werde lediglich ein kleiner Personenkreis gefördert und das häufig nur mit Beträgen in geringer Höhe. Es gäbe eine Möglichkeit, um privaten Immobilienbesitz auf viel effizientere Weise zu fördern, beispielsweise indem ein staatliches Mietkaufmodell eingeführt werde. Zudem empfiehlt die Studie eine Erhöhung des staatlichen Fördervolumens.

Steigende Eigentumsquote

Die Eigentumsquote stagnierte hierzulande jahrelang zwischen 45 % und 46 %. Eine Anfrage der Grünen im Bundestag habe aber ergeben, dass die Quote inzwischen gewachsen ist und nun bei 51,4 % liegt. Somit stehe Deutschland noch vor der Schweiz (41,3 %), zählt jedoch nach Angaben der Bundesregierung noch immer zu den europäischen Ländern mit der geringsten Wohneigentumsquote. Zum Vergleich: Rumänien, Krotatien und die Slowakei verzeichnen mit über 90 % die höchsten Wohneigentumsquoten.

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