In Metropolen sind die Preise für Neumieter seit 2015 stark gestiegen

Während in Deutschland die Nettokaltmiete im Durchschnitt bei 6,90 Euro pro Quadratmeter liegt, müssen Menschen, die ihre Wohnung ab dem Jahr 2015 gemietet haben, eine Nettokaltmiete in Höhe von durchschnittlich 7,70 Euro/qm zahlen. Das entspricht einem Plus von 12 %.

Ab dem Einzugsjahr 2015 müssen Mieter in allen sieben Metropolen Deutschlands im Vergleich zu allen Mietern 21 % mehr zahlen. In Berlin zahlen Mieter, die ihre Wohnung ab 2015 gemietet haben, sogar um 25 % höhere Mietpreise als Berliner Mieter im Durchschnitt zahlen. So das Ergebnis der Mikrozensus-Zusatzerhebung zur Wohnsituation, die das Statistische Bundesamt (Destatis) für Deutschland ermittelt hat.

Stabile Mietnebenkosten

Der aktuelle Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds (DMB) zeigt, dass Mieter hierzulande in 2017 im Durchschnitt monatlich 2,16 Euro pro Quadratmeter für die Betriebskosten ihrer Wohnung zahlen mussten. Dies ist im Vergleich zum Vorjahr (2,19 Euro/qm) nur eine kleine Abweichung nach unten.

Auch die Heizungs- und Warmwasserkosten sind stabil und lagen durchschnittlich bei 1,03 Euro/qm. Der tatsächliche Betrag hänge von unterschiedlichen Faktoren ab, neben den klimatischen Einflüssen komme es auch auf den energetischen Zustand des Gebäudes sowie auf den Energieträger an. Während Haushalte weniger Geld für Gas und Fernwärme zahlen, müssen Mieter, die in mit Öl beheizten Gebäuden wohnen, deutlich tiefer in die Tasche greifen.

Auch regionale Unterschiede bei den Preisen (z. B. Grundsteuer, Energieträger, Müllabfuhr) führen dazu, dass Mieter unterschiedlich hohe Betriebskosten hätten. Die Betriebskosten könnten durchschnittlich bei bis zu 2,81 Euro/qm liegen, wenn alle möglichen Nebenkosten (inklusive Aufzug etc.) zusammengerechnet werden. Die DMB-Ergebnisse basieren auf Abrechnungen von Mietwohnungen mit einer Wohnfläche von insgesamt rund 20 Mio. Quadratmetern.

Studentenwohnungen werden teurer

Das Wintersemester beginnt mit einer Verteuerung von Wohnraum. Verglichen mit dem Vorjahr sind die Mietpreise für ein WG-Zimmer bundesweit im Durchschnitt um 7 % gestiegen, wodurch Studenten nun durchschnittlich 389 Euro im Monat zahlen müssen. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Moses Mendelssohn Instituts (MMI), die von dem Projektentwickler GBI beauftragt wurde. Ein WG-Zimmer in München kostet mittlerweile 650 Euro monatlich (zuvor 600 Euro), in Berlin 480 Euro (zuvor 420 Euro), in Frankfurt 530 Euro (zuvor 480 Euro), in Bonn 400 Euro (zuvor 363 Euro) und in Hamburg 450 Euro (zuvor 420 Euro).

Im August 2019 wurde die Bafög-Wohnkostenpauschale von 250 Euro auf 325 Euro im Monat erhöht. Für 62 der 98 analysierten Universitätsstädten reiche die Bafög-Wohnkostenpauschale jedoch nicht, um die durchschnittliche WG-Miete zu zahlen. Allerdings weist die MMI-Studie darauf hin, dass viele Studenten nicht in einem geförderten Wohnheim oder einer WG wohnen, sondern stattdessen in einer kleinen Wohnung, die privat vermietet wird und diese seien grundsätzlich um einiges teurer.

Mieterstrom kommt kaum voran

Der Mieterstrombericht der Bundesregierung kommt zu dem Schluss, dass das Modell-Mieterstrom die Erwartungen nicht erfüllt. In der Praxis werde lediglich von 1 % des Potenzials Gebrauch gemacht. Aus diesem Grund hat die Regierung noch in diesem Herbst vor, in Sachen Mieterstromgesetz Nachbesserungen vorzunehmen. Mehrere Verbände haben nun vorgeschlagen, dass der Mieterstrom beispielsweise dadurch vorangetrieben werden könne, indem die Förderung von Eigenstrom und Mieterstrom gleichgestellt und für Mehrfamilienhäuser verbessert werde. Außerdem müssten die bürokratischen Hürden verringert und die Genehmigungsfristen verkürzt werden.

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