Es werden mehr Eigenheime gekauft

Das Baukindergeld gilt seit September 2018 und hat im selben Jahr laut der Immobilienmarktanalyse des Gewos-Instituts für einen Rekordwert in Bezug auf Eigenheimtransaktionen gesorgt. Die Zahl der Eigenheimverkäufe betrug 248.500, was einem Plus von 2,1 % entspricht. Der Umsatz ist um Plus 9,7 % auf 66,3 Mrd. Euro gestiegen. Während mit einem Anstieg von 0,7 % auf etwa 313.000 Wohneinheiten bei den Eigentumswohnungen weniger Transaktionen verzeichnet wurden, ist der Umsatz jedoch um 4,8 % auf 65,9 Mrd. Euro gestiegen. Für diese Studie wurden die tatsächlichen beurkundeten Immobilienverkäufe registriert.

Im Durchschnitt lag der Transaktionspreis bei den Eigenheimen bei etwa 267.000 Euro je Immobilie, was ein Plus von 7,5 % bedeutet. Bei den Eigentumswohnungen wurde ein durchschnittlicher Transaktionspreis von etwa 210.500 Euro verzeichnet, somit sind die Preise um 5,6 % gewachsen. Besonders in Hamburg, Schleswig-Holstein und Thüringen wurden mehr Immobilien gekauft, so die Gewos-Studie.

Kein Anstieg der Wohnkostenbelastung trotz Wohnungsbooms

Eine Studie des Instituts für Wirtschaft (IW) in Köln und des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung hat ergeben, dass der Wohnungsboom, den Deutschland während der letzten sieben Jahre registrierte, keine Zunahme der Wohnkostenbelastung zur Folge hatte. Um die Wohnkostenbelastung zu ermitteln, wurden die Mietpreise in Bezug zum Einkommen berücksichtigt. Laut der Studie ist diese Belastung bereits seit Anfang der 2000er Jahre konstant hoch geblieben. So zahlen Haushalte mit einem geringen Einkommen bis zu 40 % ihres Einkommens, um ihre Wohnkosten zu begleichen, während einkommensstarke Haushalte oftmals nur rund 18 % zahlen müssten. Als Grund für diese Entwicklung sieht die Studie zum einen den Faktor, dass die Löhne parallel zu den Löhnen gestiegen sind, und zum anderen die Tatsache, dass die hohen Mietpreise dazu führen, dass Mieter sich für kleinere Wohnflächen entscheiden. Im Zeitraum 2010 bis 2017 habe sich die bewohnte Mietfläche in den deutschen Großstädten im Durchschnitt um 3 Quadratmeter verringert und beträgt 51 Quadratmeter. Die Empfehlung der Studie lautet, dass vermehrt kleinere Wohnungen gebaut werden sollten, um den Wohnungsmarkt zu entlasten.

Ca. 9.000 ha Baufläche in der Region Südhessen benötigt

Bis zum Jahr 2030 müsse in Südhessen ausreichend Platz für 300.000 neue Wohnungen sowie für Gewerbe mit 370.000 Mitarbeitern geschaffen werden, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Demnach wird eine moderate Verdichtung empfohlen, um dem Wohnungsbedarf gerecht zu werden, ohne dass dafür exzessiv Land verbraucht wird. In den Ballungsräumen des Regierungsbezirks werde in Zukunft der Bau von mindestens 40 Wohneinheiten pro Hektar geplant und in den ländlichen Gebieten mindestens 25 Wohneinheiten pro Hektar. Als Vergleich führt die Studie an, dass Reihenhaussiedlungen in der Region aktuell rund 30 Wohneinheiten pro Hektar aufweisen. Neben der Fläche müsse aber auch die Verkehrsanbindung bei der Wohnungsversorgung berücksichtigt werden, so die Studie. Aus diesem Grund müsse darauf geachtet werden, dass die neuen Wohngebiete nicht mehr als einen Kilometer vom nächsten Bahnhaltepunkt entfernt liegen und für eine deutliche Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs gesorgt werden.

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