In den ersten sechs Monaten des Jahres 2018 erreichte der Transaktionsmarkt für Wohnimmobilien ein sehr hohes Niveau. Der Wert betrage laut den Analysten zwischen 10,6 und 11,8 Milliarden Euro, was somit das beste Halbjahresergebnis seit 2015 darstellt.

Spitzenergebnis dank Großdeals

Zum großen Teil haben Großdeals dafür gesorgt, dass das Halbjahresergebnis so positiv ausgefallen ist. Auf dem ersten Platz liegt dabei die rund 2,9 Milliarden Euro teure Buwog-Übernahme durch Vonovia. Die Deals von Adler Real Estate belegen den zweiten Platz. Zu diesen Deals gehörte zum einen der Kauf von 70 % der Anteile am Wohnimmobilienportfolio der israelischen Gesellschaft Brack Capital zu einem Kaufpreis von 700 Millionen Euro und zum anderen der Verkauf eines Wohnportfolios für etwa 115 Millionen Euro an ein Joint Venture mit Benson Elliot. Der dritte Platz ging an den Großdeal der Corestate Capital, bei dem es um einen Ankauf von Mikroapartmentprojekten für 670 Millionen Euro für die Bayerische Versorgungskammer ging.

Steigende Nachfrage nach Mikro- und Studentenapartments sowie Forward-Deals

Besonders Mikroapartments und Studentenapartments werden immer mehr nachgefragt. Aber auch Forward-Deals stellen mit etwa 30 % weiterhin einen hohen Anteil dar. Dies wirke sich laut NAI apollo auch auf die Kaufpreise aus. Je Wohneinheit stiegen die Preise auf 130.500 Euro, was verglichen mit dem Halbjahr des Vorjahres ein Plus von 6,1 % bedeutet. Nach Einschätzungen von Dr. Lübke & Kelber liege der durchschnittliche Wert sogar bei 140.000 Euro, was, gemessen an den Zahlen des Vorjahres, einer Erhöhung um etwa 10 % entspricht. In den ersten sechs Monaten wurden in 2018 ca. 85.000 Einheiten gehandelt. Die unterschiedlichen Analyseergebnisse lassen sich vorrangig dadurch erklären, dass unterschiedliche Portfoliogrößen Berücksichtigung fanden.

Hierzulande überwiegen deutsche Investoren

In Deutschland fällt der Anteil deutscher Investoren auf etwa 83 %, was einem Wert von 9,75 Milliarden Euro entspricht. Die größten Investitionen wurden dabei von den börsennotierten Wohnungsunternehmen gemacht. In Berlin beträgt der Anteil der Wohninvestmenttätigkeit am Gesamtgeschehen etwa 15 %, wodurch die deutsche Hauptstadt damit den Schwerpunkt bildet.

Laut einer Prognose von Dr. Lübke & Kelber kann bis zum Ende des Jahres 2018 die 20-Milliarden-Euro-Marke geknackt werden. Auch NAI apollo sehen diesen Wert durchaus als realistisch an. Sowohl JLL und CBRE setzen den Wert jedoch niedriger an und gehen davon aus, dass es 17 bis 18 Milliarden Euro sein werden. Nach dem Rekordwert von ca. 25 Milliarden Euro im Jahr 2015 würde dies trotzdem noch das zweitbeste Resultat darstellen.

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