In den nächsten vier Jahren erwartet die Beratungsgesellschaft empirica, dass es in Deutschland erforderlich ist, im Durchschnitt jährlich 290.000 Wohneinheiten zu bauen, damit eine fast vollständige Stabilität der Mietpreise gewährleistet werden kann. In den letzten Jahren lag der Wohnungsbau zwar hinter den Prognosen, jedoch sei es dennoch nicht notwendig, die Zahl der nicht errichteten Wohnungen nachzuholen.

In den letzten Jahren lag die Zahl der nicht fertiggestellten Wohnungen bei rund 1 Million. Dennoch bestehe laut empirica kein Nachholbedarf. Das begründet das Institut damit, dass man sich bereits darauf eingestellt hat, dass nicht genügend Wohnungen vorhanden sind. So sind besonders junge Menschen anstatt zum Beispiel nach Berlin oder München in Universitätsstädte gezogen, in denen die Mietpreise niedriger liegen. Des Weiteren bildeten sie Wohngemeinschaften oder wohnten noch bei ihren Eltern. Auch ein Ausweichen ins Umland der Großstädte sei erfolgt. Diese Anpassung bedeutet, dass nur dann mehr Wohnungen errichtet werden müssen als vorausgesehen, wenn die Politik eine Verminderung der Mietpreise zum Ziel hat. Es sei eine Verlagerung der Nachfrage dorthin möglich, wo genügend Wohnraum vorhanden ist.

Diese Prognose von empirica basiert auf der Erwartung, dass bis zum Jahr 2025 die Flüchtlingszuwanderung andauert, wobei die Zahl jährlich jedoch abnimmt. Für 2020 wird damit gerechnet, dass die höchste Einwohnerzahl erreicht wird (ca. 83 Millionen Menschen), diese Zahl dann aber bis 2030 auf rund 82,3 Millionen Menschen zurückgeht. Als Schlussfolgerung reduziert sich dann auch die Zahl der erforderlichen neuen Wohneinheiten. Empirica geht davon aus, dass im Zeitraum 2023 bis 2026 pro Jahr im Durchschnitt rund 260.000 Wohneinheiten benötigt werden und bis zum Jahr 2030 dann jährlich nur noch 226.000 Wohnungen.

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