Seit 2016 existiert das Münchner Wohnungsbauprogramm Wohnen für Alle. Dieses Programm sollte für Geringverdiener etwa 3.000 Wohneinheiten bis zum Jahr 2019 kreieren. Die Gruppen, die davon profitieren sollen, sind Familien mit geringem Einkommen, Auszubildende, junge Berufstätige und anerkannte Flüchtlinge. Allerdings sind von den geplanten 3.000 Wohnungen lediglich 843 Wohneinheiten errichtet worden. Zu diesem Ergebnis kommt die bayerische Landeshauptstadt in ihrem Zwischenfazit nach 50 % der Laufzeit.

Von den geforderten Wohnungen sollten etwa 50 % von Privatunternehmen gebaut werden, so die Idee. Diese sind allerdings nicht daran interessiert. Bislang gab es lediglich ein privates Immobilienunternehmen, das sich an diesem Wohnungsbauprogramm beteiligt hat. So baut die RMW Wohnungsbaugesellschaft auf einem in Erbpacht vergebenen städtischen Grundstück aktuell 141 Wohnungen. Alle anderen Wohnungen stammen von den städtischen Wohnungsbaugesellschaften GWG sowie Gewofag.

Plan scheitert unter anderem an fehlenden Grundstücken

Dass die anvisierte Zahl nicht annähernd erreicht wird, liege unter anderem zum einen an dem Grundstücksmangel und zum anderen daran, dass die Planungs- und Ausführungszeiten äußerst kurz seien, so die Begründung der Stadt. Dadurch, dass die benötigten Umplanungen erhöhte Kosten zur Folge haben und auch die zum Teil kleinteiligen Grundstücke und die Ausgaben für den Nachbarschutz, den Lärmschutz und den Naturschutz negativen Einfluss auf die Fertigungskosten haben, gewinne der Wohnungsbau, der frei finanziert wird, an Attraktivität.

Wohnungsbaubilanz sieht insgesamt positiver aus

Alles in allem ist die Münchner Wohnungsbaubilanz im letzten Jahr beachtenswert, denn das Referat für Stadtplanung und Bauordnung zählte 13.475 Wohnungen. Dies entspricht einer Steigerung um knapp 40 % verglichen mit dem Vorjahr. Dass ein solches Plus erreicht wurde, sei laut der Stadt auch den optimierten Verfahren sowie dem Anstieg an Verwaltungspersonal zu verdanken. Im Jahr 2017 wurden zusammengenommen 8.272 Wohnungen fertiggestellt, was einem Anstieg um beinahe 6 % im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Trotz dieser Steigerung wurde das Ziel von 8.500 Fertigstellungen wieder nicht erreicht.

Im vergangenen Jahr wurden Bebauungspläne für 5.760 Wohneinheiten neu beschlossen, worunter sich 1.641 geförderte Wohnungen befanden. In diesem Bereich übertrafen die Zahlen das Ziel.

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