Das Baukindergeld, das bisher beantragt wurde, fließt zu 87,7 % in den Bestand. So lautet die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage, die die Linken im Bundestag gestellt hatten. Diese Zahlen führen dazu, dass wieder darüber diskutiert wird, welchen Nutzen das Baukindergeld hat, um neuen Wohnraum zu schaffen und damit den deutschen Wohnungsmarkt zu entlasten.

Die Abgeordnete der Linken-Fraktion, Caren Lay, ist der Ansicht, dass das Baukindergeld deutlich seinen Zweck verfehle. Anstatt den Neubau von Wohnungen zu verstärken, werde damit der Kauf von bestehenden Häusern subventioniert.

Verteilung nach Bundesländern

Die Bundesregierung hat aktuelle Zahlen veröffentlicht, die die Verteilung nach Bundesländern zeigen. Nach dieser Statistik wurde die Förderung seit deren Beginn am 18.09.2018 von 56.435 Familien beantragt (Stand 31.12.2018). Davon haben nur 12,3 % vor, neu zu bauen und 87 % planen, mit dem Baukindergeld ein bestehendes Haus oder Wohnung zu kaufen. Davon die Mehrzahl in Nordrhein-Westfalen (22,58 %), Baden-Württemberg (13,92 %), Niedersachsen (12,68 %) und Bayern (12,35 %). Die restlichen Bundesländer weisen Anteile zwischen 0,88 % (Bremen) und 7,58 % (Hessen) auf. Nach Angaben der Bundesregierung beläuft sich das Zuschussvolumen bis zum 30.11.2018 auf 1,7 Milliarden Euro.

Die Verteilung nach Bundesländern gibt jedoch noch keine richtigen Anhaltspunkte darüber, ob das Baukindergeld für Stadt oder Land verwendet wird. Es wird aber erwartet, dass die KfW spätestens Mitte Februar einen Förderreport vorlegt, aus dem ersichtlich wird, wie genau die Verteilung in den verschiedenen Landkreisen aussieht.

Rückschlüsse laut KfW verfrüht

Familien müssen erst in ihr neues Zuhause einziehen und die benötigten Meldebescheinigungen präsentieren (dies gilt sowohl für Erwachsene als auch für Kinder), bevor die Förderung auf wirksame Weise beantragt werden kann. Mit der Meldebescheinigung soll sichergestellt werden, dass die Kinder auch wirklich in der jeweiligen Immobilie wohnen. Aus diesem Grund sei es laut der KfW verfrüht, Rückschlüsse aus der bisherigen Verteilung zwischen Bestand und Neubau zu ziehen. Ein Neubau braucht seine Zeit, wodurch es einleuchtend sei, dass der Bestand bis zum 01.01.2019 höher liegt als der Neubau. Die KfW ist der Ansicht, dass sich die Differenz bei den Anträgen für Bestand und Neubau mit der Zeit verringern wird.

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