Laut des aktuellen Wohnkostenreports 2016 ist Kaufen durchschnittlich 41% günstiger als Mieten

Selbst in den Metropolen ist der Wohnungskauf vorteilhafter: Während es in München 34% und in Stuttgart 35% günstiger ist, ist es in Berlin und Hamburg sogar rund 45% günstiger, eine Wohnung zu erwerben, als diese zu mieten.

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) – ein privates Wirtschaftsforschungsinstitut – hat im Auftrag des im Privatisierungsgeschäft tätigen Unternehmens ACCENTRO den Wohnkostenreport 2016 erstellt. Im Rahmen dieser Studie wurden für 402 Kreise die Mietkosten und die Wohnnutzerkosten analysiert und ausgewertet, wobei lediglich Bestandswohnungen mit deren Durchschnittspreisen einbezogen wurden.

Niedrige Zinsen machen gestiegene Kaufpreise wieder wett

Da die Immobilienpreise nicht so stark gestiegen sind, wie die Zinsen gefallen sind, gewinnt der Erwerb von Wohneigentum an Attraktivität. Haushalte erhalten dadurch die Möglichkeit, Wohnungen zu kaufen und komplett zu entschulden, ohne dabei eine größere Belastung zu haben als Mieter. Für den Wohnkostenreport wurde ein finanzierungsneutraler Zins ermittelt, der in 325 Kreisen über 4% und in 280 Kreisen mehr als 5% beträgt. In den Metropolen Berlin, Frankfurt und Köln liegt dieser bei mindestens 3% und in München mit 0,8% eindeutig niedriger.

Nachfrageverhalten fällt trotz Attraktivität des Wohnungskaufs nicht ins Gewicht

Aus der Studie ginge hervor, dass die Gefahr einer Immobilienblase nicht vorhanden sei. Bedeutend ist zudem, dass das Nachfrageverhalten dennoch nicht so stark gestiegen ist, wie aufgrund der günstigen Konditionen zur Finanzierung zu erwarten gewesen wäre. Das liegt daran, dass es beim Wohnungskauf viele Erschwernisse gibt. Viele potenzielle Käufer haben Schwierigkeiten, das von den Banken verlangte Eigenkapital aufzubringen, das bis zu zwanzig Prozent betragen kann. Zudem ist die Grunderwerbsteuer in den meisten Bundesländern deutlich gestiegen, was den Erwerb von Wohnungseigentum zusätzlich erschwert.

Fazit: Damit mehr Haushalte sich den aktuell günstigen Wohnungskauf auch tatsächlich leisten können, wäre eine Hilfestellung der Politik nötig, um auch die Altersvorsorge zu fördern.

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