Obwohl die Immobilienverbände aus Protest vor den strengen Klimaschutzauflagen aus dem Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen ausgetreten sind, so zieht das Bundesbauministerium dennoch eine positive Zwischenbilanz.

In einem Bericht an den Bundestag spricht das Bundesbauministerium von Barbara Hendricks (SPD) über eine „Trendwende beim Wohnungsbau”, die dank der Zusammenarbeit des Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen eingeleitet worden sei — trotz des derzeitigen Ausstiegs.

Warum von einer Trendwende gesprochen wird

Es sei zu erwarten, dass in dieser Legislaturperiode über eine Million neue Wohnungen gebaut würden. Wenn man das Jahr 2006 mit 2016 vergleicht, so habe sich die Anzahl der gebauten Wohnungen in diesem zehn-Jahre-Zeitraum mehr als verdoppelt. So belief sich der Anstieg der Baugenehmigungen im Jahr 2016 auf 340.000 — der höchste Wert seit dem Jahr 2000. In dem Bericht sei die Rede davon, dass es diese Trendwende nicht gegeben hätte, wenn das Bündnis nicht zustande gekommen wäre.

Die Arbeit des Bündnisses

Das Bündnis entstand 2014 mit dem Ziel für eine Entlastung auf dem Wohnungsmarkt zu sorgen und besteht aus den Immobilienverbänden BFW, GfW, DDIV, IVD, ZIA und vdp. Seit seiner Gründung ist das Bündnis 13-mal zusammengekommen, um Lösungen für den gesamten Wohnungssektor zu finden. Darunter fielen beispielsweise eine Reform der Bauordnung sowie die neue Baugebietskategorie „Urbanes Gebiet”, die es den Kommunen erlaubt auch in Gewerbegebieten Wohnungen zu bauen. Für die Arbeit des Bündnisses beliefen sich die Steuergeldausgaben laut des Ministeriums auf etwa 2,3 Millionen Euro. Das Bündnis habe also somit für ein Ende der jahrelangen Stagnation gesorgt und die Trendwende eingeleitet. Allerdings müsse unbedingt weiterhin zusammengearbeitet werden, um den Wohnungsmarkt tatsächlich entlasten zu können.

Die Auflösung des Bündnisses

Unerwähnt bleibt im Bericht des Bundesbauministeriums allerdings, dass das Bündnis zurzeit auf Eis gelegt ist. Die verschärften Auflagen des Klimaschutzplans 2050 führten nämlich zu einem Austritt der Immobilienverbände. Da sich die Immobilienverbände im Vergleich zur Industrie unverhältnismäßig hoch beansprucht fühlen, hätten Sie das Vertrauen verloren. Trotz einer erneuten Annäherung seien die Gespräche mit dem Ministerium wohl bislang erfolglos verlaufen, da noch keine Einigung in Bezug auf die an die Energieeffizienz geknüpften Bedingungen erzielt worden sei.

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