Der Makler gehörte mit zu den wenigen Berufen, für die keine separate Ausbildung notwendig ist. Das soll sich nun ändern. Das Bundesministerium für Wirtschaft hat einen Entwurf für die Einführung einer Berufszulassungsregelung fertiggestellt. Diese Zulassungsregelung bezieht sich auf Immobilienverwalter und Makler, die gewerblich handeln. So soll es in Zukunft notwendig werden, einen Sachkundenachweis vorzulegen. Auch der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter hat sich schon geäußert.

Der Referentenentwurf enthält Regelungen für WEG-Verwalter. Diese sollen in Zukunft einen Sachkundenachweis vorlegen müssen, mit dem sowohl ihre Zuverlässigkeit als auch die Vermögensverhältnisse und ein Nachweis der Vermögensschadenhaftpflichtversicherung erkennbar gemacht werden. Diese Regelung gilt bisher nicht für Verwalter von Mietwohneinheiten oder auch angestellten Verwaltern sondern lediglich für gewerbetreibende Wohnungseigentumsverwalter.

Wenn ein WEG-Verwalter selbst Personal anstellt, dann ist er in der Haftung und muss sicherstellen, dass die Angestellten die notwendige Qualifikation und auch die Zuverlässigkeit mitbringen. Gerade dann, wenn die Angestellten mit Verwaltertätigkeiten zu tun haben, ist es wichtig, hier auf die Zuverlässigkeit zu achten. Die angemessenen Qualifikationen können sowohl Abschlüsse von Akademien und Bildungsträgern als auch Zertifikate oder nachgewiesene Schulungen sein. Zusätzlich dazu soll eine Regelung eingeführt werden, die besagt, dass WEG-Verwalter, die bereits seit sechs Jahren oder länger selbstständig sind, ebenfalls die notwendige Qualifikation mitbringen und keine Sachkundeprüfung durchführen müssen.

Dachverband Deutscher Immobilienverwalter benennt Nachbesserungsbedarf

Durch den Dachverband wurde die Regelung grundsätzlich erst einmal positiv aufgenommen. Mit dieser Regelung werden sowohl der Verbraucherschutz als auch die Qualität bei der Wohnungsverwaltung selbst erhöht. Allerdings benennt der Verband auch Nachbesserungsbedarf. Hier wird beispielsweise eine deutliche Erweiterung bei der Versicherungspflicht benannt. Die Vermögensschadenshaftpflichtversicherung, die durch die Regelung gefordert wird, ist zwar wichtig aber längst nicht die einzige notwendige Versicherung. Der Dachverband Deutscher Immobilienverwalter weist darauf hin, dass auch Personen- und Sachschäden durch eine Versicherung abgedeckt werden sollten. Ebenso wird auf einen Abschluss einer Betriebshaftpflichtversicherung hingewiesen. So soll sichergestellt werden, dass es im Schadensfall zu einer ausreichenden Entschädigung der Betroffenen kommen kann.

Ebenfalls im Entwurf nicht vorhanden ist die Erlaubnispflicht in Bezug auf die Mietverwalter. Mietverwalter haben eine treuhänderische Tätigkeit und tragen damit ebenso eine hohe Verantwortung, die nicht zu unterschätzen ist. Auch hier fordert der Dachverband den Nachweis einer Qualifikation. Ein weiterer Punkt ist die Weiterbildungspflicht. Mit einer gesetzlich festgelegten Weiterbildungspflicht möchte der Dachverband dafür sorgen, dass die Mindeststandards bei der Verwaltung stets erhalten bleiben. Vor allem in Bezug auf den demografischen Wandel sowie die Energiewende ist die Weiterbildung ein wichtiger Punkt.

Für die Bundesbürger ist dieser Entwurf – in Kombination mit den Verbesserungsvorschlägen des Dachverbandes – auf jeden Fall eine Erleichterung. Viele Bürger investieren ihr Geld in Immobilien, um so auf eine sichere Altersvorsorge zu setzen. Mit dem Nachweis der Zuverlässigkeit sowie einer passenden Qualifikation haben die Investoren den Vorteil, dass sie erkennen können, welcher Makler und Verwalter wirklich ausgebildet ist. Momentan handelt es sich jedoch bisher nur um einen Entwurf, der noch nicht verabschiedet wurde. Nun ist abzuwarten, inwieweit die gewünschten Nachbesserungen noch in den Entwurf aufgenommen werden und wann das Gesetz zur Einführung einer Berufszulassungsregelung schließlich auch wirklich verabschiedet wird und in Kraft tritt.

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