Berlin plant einen neuen Mietendeckel, der jedoch schon jetzt negative Auswirkungen auf den Immobiliensektor zu haben scheint. Der BFW-Landesverband Berlin/Brandenburg hat seine Mitglieder zu ihrem Investitionsverhalten befragt und herausgefunden, dass der Wohnungsbau in Berlin an Attraktivität verloren hat.

Im Rahmen dieser Umfrage wurde die Frage gestellt, ob die derzeitige Wohnungspolitik bereits konkrete negative Reaktionen von ihren Projektpartnern hervorgerufen hat. Diese Frage wurde von drei Viertel der befragten Unternehmen mit einem Ja beantwortet. Die skeptischsten Projektpartner stellten dabei mit 76 % die Endinvestoren dar. Gefolgt von den Eigenkapitalgebern mit 29 % und den Banken mit 20 %. Auch die Unternehmen, die den Bau ausführen, waren mit 12 % nur wenig angetan.

Zudem wurde die Frage gestellt, welche Schritte getroffen wurden, um den geplanten Maßnahmen der Politik zu begegnen. 72 % der Befragten antworteten, dass sie vorhaben, vorgesehene Investitionen zu beenden oder aufzugeben. 61 % wollen keine Sanierungen durchführen, 59 % wollen auf Modernisierungen verzichten, 33 % planen anstelle von Mietwohnungen lieber den Bau von Eigentumswohnungen und 28 % wollen vom Ankauf von Bestandsimmobilien zur Modernisierung Abstand nehmen.

41 % ziehen Brandenburg vor

Wenn es an Investitionen fehlt, dann kommt der Wohnungsbau nicht voran. Bereits jetzt haben 41 % der Unternehmen des BFW-Landesverbands dagegen entschieden in Berlin zu bauen, sondern stattdessen ihre Bauaktivitäten nach Brandenburg zu verlagern. Von den befragten Unternehmen gab mit 34 % rund jedes Dritte an, dass es andere Bundesländer für Investitionen vorzieht. Des Weiteren teilten 39 % der Unternehmen mit, dass sie lieber keinen Bau von neuen Wohnungen durchführen, sondern in die Entwicklung von Gewerbeobjekten investieren wollen.

Von den insgesamt 240 Mitgliedern nahmen 60 an dieser Umfrage teil.

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