Der Winter erhält schon bald Einzug und damit auch die Weihnachtszeit — die Zeit der Dekorationen und blinkenden Lichterketten. Wer einen Balkon besitzt und diesen weihnachtlich schmücken möchte, der sollte bei der Weihnachtsdeko ein wenig vorsichtig sein. Das Gleiche gilt für die Anbringung von anderen Beleuchtungen auf dem Balkon. Im heutigen Ratgeber erfahren Sie, was erlaubt ist.

Die Tage sind kürzer geworden und Ihr Balkon ist in Dunkelheit gehüllt. Zeit nach einer geeigneten Beleuchtung zu suchen oder den Balkon mit Weihnachtslichterketten aufzupeppen. Da der Balkon in der Regel unter das Gemeinschaftseigentum fällt, darf die Beleuchtung jedoch nicht einfach nach Herzenslust installiert werden. So haben Nachbarn, die Miteigentümer oder der Vermieter eventuell ein Wörtchen mitzureden. Rechtlich unterschieden wird dabei, ob die Beleuchtung nur zeitweise oder dauerhaft installiert wird. Besonders die Anbringung von sehr grellen Lampen oder auffälligen Lichterketten können zum Streit führen.

Bei dauerhafter Anbringung ist die Zustimmung der Miteigentümer erforderlich

Wenn auf einem Balkon eine Beleuchtung installiert wird, für die es notwendig ist, Löcher in die Fassade zu bohren, die also fest angebracht und von außen sichtbar ist, dann handelt es sich dabei um eine bauliche Veränderung, die in § 22 Abs. 1 WEGesetz festgelegt ist. Auch wenn sie nicht fest am Balkon installiert sind, so gilt dies im Allgemeinen auch für Lichterketten, sofern sie nicht nur zur Weihnachtszeit angebracht, sondern dauerhaft installiert sind. Im Falle von baulichen Veränderungen an Balkonen ist es erforderlich, dass die Wohnungseigentümergemeinschaft vorab zustimmt. In dem Zustimmungsbeschluss wird sowohl festgelegt, auf welche Art und Weise die Beleuchtung installiert wird als auch die Frage zu den Kosten geregelt. Wenn ein Miteigentümer gegen die Installation ist, hat er die Möglichkeit den WEG-Beschluss anzufechten. In dem Fall darf keine Anbringung der Beleuchtung erfolgen. Falls die Installation bereits eigenmächtig durchgeführt wurde, dann hat der Wohnungseigentümer die Pflicht, diese wieder zurückzubauen. 

Kurzfristige Anbringung in der Regel erlaubt

In der Weihnachtszeit werden die eigenen vier Wände von innen und außen gerne geschmückt. Sofern es sich um eine zeitweise Anbringung handelt, dann fällt dies in der Regel unter die „übliche” Nutzung des Balkons und ist somit erlaubt. Allerdings ist in § 14 WEGesetz geregelt, dass die Eigentümer die Pflicht haben, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Das bedeutet, dass Sie bei der Anbringung von Lichtschmuck nicht übertreiben sollten, was bedeutet, dass von zu hellen oder zu schrillen Lichtern abgesehen werden sollte.

Fazit

Werfen Sie vor der Anbringung von auffälligem Lichterschmuck auf Ihrem Balkon einen Blick in die Gemeinschaftsordnung der Wohnungseigentümergemeinschaft und informieren Sie sich, ob und welche Vorschriften zur Balkonnutzung festgelegt sind. Eventuell finden Sie auch in der Hausordnung Vorgaben dazu. Wenn nichts in Bezug auf Weihnachtsschmuck in der Hausordnung geregelt ist, so ist es möglich, eine solche zu beschließen. Zum einen dient es dazu Streit vorzubeugen und zum anderen kann diese Hausordnung in Mietverträgen aufgenommen werden.

Die Faustregel heißt: Gegenseitige Rücksichtnahme und im Zweifelsfall mit Ihren Nachbarn, Miteigentümern oder Ihrem Vermieter sprechen, um ein harmonisches Miteinander sicherzustellen.

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