Für den deutschen Wohninvestmentmarkt war 2018 ein äußerst gutes Jahr, denn es wurde ein Umsatz von 16,3 Milliarden Euro erzielt, was ein Plus von 16 % bedeutet. Somit stellt es das zweitbeste Umsatzergebnis aller Zeiten dar. Zu diesem Schluss kommt eine Analyse, die BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) durchgeführt hat. Für 2018 wurde von CBRE 17,2 Milliarden EURO ermittelt und laut JLL waren es sogar 19 Milliarden Euro. Lediglich das Jahr 2015 verzeichnete ein besseres Ergebnis, nämlich ca. 23 Milliarden Euro.

Hierzulande wurde das Transaktionsgeschehen auf dem Wohninvestmentmarkt 2018 erneut von mehreren Großdeals bestimmt. Dazu gehört beispielsweise die milliardenschwere Übernahme des österreichischen Wohnungskonzerns Buwog durch das deutsche Wohnungsunternehmen Venovia. Alles in allem sind gemäß der BNPPRE-Analyse über 300 Transaktionen (ab 30 Einheiten) mit etwa 133.000 Wohneinheiten in das Jahresergebnis eingeflossen. Die Paketgröße betrug durchschnittlich etwa 420 Wohneinheiten und das Portfoliovolumen im Durchschnitt ca. 50 Millionen Euro. Beide liegen über den Werten des Vorjahres.

Rekordwert bei Wohnsonderformen 

Insbesondere Bestandsportfolios machten den Großteil des Umsatzes aus (ca. 55 %). Eine hohe Nachfrage nach Projektentwicklungen herrschte nicht nur in den Wohnungsmärkten der A-Städte, die besonders angespannt waren, sondern auch an diversen kleineren Standorten (ca. 24 %). Ein neuer Rekordwert konnte bei Studentenwohnungen und Mikroapartments erzielt werden, denn in diese beiden Wohnsonderformen sind über 1,7 Milliarden Euro eingeflossen.

Deutsche Käufergruppen haben einen Anteil von über drei Viertel des Volumens (77,4 %). Allerdings investierten ausländische Anleger rund 3,7 Milliarden Euro in den deutschen Wohnungsmarkt – somit ist es das höchste Volumen, das je verzeichnet wurde. Davon stammen 2,45 Milliarden Euro aus Europa, was einen weiteren Höchstwert darstellt.

Standorte außerhalb der Top-Städte legen zu

Ein großer Anteil der Wohninvestments entfällt mit rund 6,7 Milliarden Euro auf die sogenannten A-Städte, wozu Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf, Köln, Frankfurt und Stuttgart gehören. Jedoch registrieren vor allem Standorte außerhalb dieser Metropolen ein Umsatzplus. Außerhalb der A-Städte wurde ein Zuwachs um 27 % verzeichnet, während die A-Städte lediglich ein Plus von 4 % aufwiesen. Anleger investierten am meisten in Berlin, zum wiederholten Mal. In der Hauptstadt betrug der Umsatz über 3,3 Milliarden Euro.

Positive Prognose für 2019

Der Trend soll sich nach Angaben von BNPPRE auch im laufenden Jahr fortsetzen. Während Wohninvestments sich als Immobilienanlage großer Beliebtheit erfreuen, mache die Angebotsseite akkurate Prognosen schwierig. BNPPRE erwartet jedoch, dass der Umsatz für 2019 über dem Durchschnitt liegen wird.

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