Im Jahr 2018 nahm die Zahl der Zwangsversteigerungen in sichtbarem Maße ab, wie schon in den Jahren zuvor. Während in 2017 noch Zwangsversteigerungen für 25.740 Immobilien aufgerufen wurden, die ein Volumen von 4,23 Milliarden Euro hatten, waren es in 2018 lediglich 18.449 Immobilien, die insgesamt einen Verkehrswert von 3,85 Milliarden Euro aufwiesen. Zu diesem Ergebnis kommt der Verlag für Wirtschaftsinformationen Argetra, der regelmäßig die Marktdaten von Zwangsversteigerungen in Deutschland erfasst.

In 2018 nahm die Zahl der Versteigerungstermine um 4.121 ab und betrug 21.619. Die hohe Nachfrage führte dazu, dass ein Verkauf vieler Immobilien noch vor der Versteigerung auf dem freien Markt möglich war. Dadurch landeten von den Zwangsversteigerungsverfahren, die eröffnet wurden, lediglich 50 vor Gericht.

Bundesländervergleich

Eine Aufschlüsselung nach Bundesländern macht deutlich, dass es in Sachsen-Anhalt pro 100.000 Haushalte 104 Termine gab. Obwohl dies ein Rückgang um 17 % bedeutet, ist die Zahl trotzdem beinahe dreimal so hoch wie in Baden-Württemberg, wo es 34 Termine gab. Von 100.000 Haushalten waren im deutschlandweiten Durchschnitt 52 von Zwangsversteigerung betroffen, während es im Jahr zuvor noch 62 waren. Wohnimmobilien stellen dabei mit 68 % den größten Anteil dar. Rund 43 % davon machten die Ein- und Zweifamilienhäuser aus.

Im Vergleich der Bundesländer ist Hamburg Spitzenreiter. Der durchschnittliche Verkehrswert liegt dort bei 541.000 Euro je Immobilie (herausgerechnet wurde ein Objekt, dessen Verkehrswert über 22 Millionen Euro betrug). Letztplatzierter bei den Bundesländern ist Thüringen, wo die durchschnittlichen Verkehrswerte bei 69.039 Euro liegen. Der bundesweite Durchschnitt betrug 178.000 Euro in 2018, während es im Jahr zuvor 164.431 Euro waren.

Um den gesamten Markt zu ermitteln, wurden vom Wirtschaftsverlag Argetra Termine von beinahe 500 Amtsgerichten in Deutschland ausgewertet.

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