Zwar steigen die Fertigungszahlen in Deutschland, doch der Wohnungsbau liegt noch immer weit hinter dem tatsächlichen Bedarf zurück. Ein Blick zu den anderen europäischen Ländern zeigt, dass anderenorts viel mehr gebaut wird.

Basierend auf den Daten des europäischen Forschungs- und Beratungsnetzwerks Euroconstruct hat LBS Research ermittelt, dass Deutschland pro 1.000 Einwohner eine Fertigstellungsquote von 3,2 Wohnungen aufweist. Mit dieser Wohnungsbauintensität liegt Deutschland somit unter den 19 untersuchten europäischen Ländern nur im Mittelfeld.

Obwohl Deutschland die wirtschaftsstärkste Volkswirtschaft in Europa darstellt, wird hinsichtlich der Bevölkerungszahl in einer Vielzahl von Ländern Europas mit Abstand mehr gebaut als hierzulande. In Belgien und in Polen wurden in 2016 fast ein Drittel mehr Wohnungen gebaut als in Deutschland. In Schweden und in Frankreich sind fast zwei Drittel mehr Neubauwohnungen entstanden und in Norwegen und der Schweiz lag die Wohnungsbauintensität sogar doppelt so hoch als in Deutschland.

Knapp hinter Deutschland liegen Irland, die Slowakei, Dänemark, Großbritannien und Tschechien, deren Wohnungsbauintensität zwischen 2,5 und 2,9 lag. Allerdings entspreche diese Neubauquote den dortigen Erfordernissen an Neubau. Die europäischen Länder, die besonders von der Finanzkrise und der Staatsschuldenkrise betroffen sind, hatten im vergangenen Jahr eine Neubauquote von deutlich unter 2 Wohnungen je 1.000 Einwohner. So wies Italien eine Neubauquote von 1,4 und Spanien von 0,9 auf. Auf dem letzten Platz steht Portugal mit einer Quote von 0,6.

Prognose für 2017

In ihrer Prognose für das laufende Jahr erwarten LBS Research und Euroconstruct, dass Deutschland seine Wohnungsbauintensität von 278.000 Neubauten (im Jahr 2016) auf 315.000 Fertigstellungen (2017) erhöhen kann, was für das laufende Jahr eine Quote von 3,3 fertiggestellten Wohnungen pro 1.000 Einwohner entspricht.

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