Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat die aktuellen Wohnungsbaugenehmigungszahlen herausgegeben. Diese Zahlen zeigen im ersten Halbjahr 2017 eine Reduzierung der Baugenehmigungen auf 169.500 Einheiten — das entspricht einem Minus von 7,3 %. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres wurde dahingegen noch ein Anstieg um 22 % verzeichnet.

Zahl der genehmigten Einfamilienhäuser und Wohnheime gesunken

Bemerkbar ist der Rückgang vor allem bei Einfamilienhäusern, hierfür nahmen die Genehmigungen um 9,5 % ab. Einen großen Genehmigungsrückgang gab es bei den Flüchtlingsunterkünften, bei denen ein Minus von 31,8 % registriert wurde. Einen etwas anderen Verlauf nahm die Entwicklung dagegen bei den Mehrfamilienhäusern. Hier wurden laut Destatis 82.100 Wohnungsgenehmigungen ausgestellt, die höchste Halbjahreszahl seit 20 Jahren (im Vergleich: Im Jahr 1997 betrug die Zahl der genehmigten Wohnungen 117.400). Somit stieg die Anzahl der Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser um 1.400 Wohnungen, was einem Plus von 1,8 % entspricht.

2016: Vorzieheffekt war bedeutender Faktor für den Anstieg in Baugenehmigungen

Am 1. Januar 2016 trat die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft. Da viele dieser neuen Verordnung entgehen wollten, seien in 2015 vermehrt Anträge gestellt worden. Da viele davon wohl erst 2016 bearbeitet und genehmigt wurden, sei dies ein Grund für den starken Anstieg der Genehmigungen in den ersten Monaten des Jahres 2016 gewesen. Bei der Zunahme der Genehmigungen habe auch der Bedarf an Flüchtlingsunterkünften eine große Rolle gespielt. Der Bedarf dieser Unterkünfte ist mittlerweile aber wieder zurückgegangen, was sich aktuell in einer niedrigeren Genehmigungsbilanz widerspiegelt.

Eine Zunahme an Baugenehmigungen mit einem nachhaltigen Effekt sei nur durch eine Änderung der politischen Rahmenbedingungen möglich. Nötig seien beispielsweise schnellere Verfahren, Maßnahmen, um die Baukosten zu reduzieren, sowie ein Stopp der Steuerspirale.

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