Hierzulande entstehen mehr und mehr Wohnhochhäuser, die immer höher werden. Auch die Preise sind hoch, dennoch ist ein Ende des Trends nicht in Sicht. In 78 Hochhäusern wachsen im Zeitraum zwischen 2012 und 2020 ganze 11.467 Wohnungen in die Höhe oder sind bereits gebaut. Zu diesem Ergebnis kommt der Marktreport Wohnhochhaus 2018 von bulwiengesa.

Der Trend des Wohnhochhauswachstums spielt sich vor allem in deutschen A-Städten ab. Aber auch in den B-Städten werden es immer mehr, denn dort ist inzwischen ein Anteil von 10 % zu verzeichnen. Und das, obwohl die Wohnungspreise in einem Wohnhochhaus um einiges höher liegen als für Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus. Laut der Studie entstehen beim Bau eines Wohnhochhauses Mehrkosten von etwa 1.000 Euro pro Quadratmeter. Diese zusätzlichen Kosten seien sowohl auf den Mehraufwand bei der Gründung als auch der Haustechnik sowie dem Brandschutz zurückzuführen.

Investitionsvolumen liegt durchschnittlich bei 4.700 Euro/qm

Von den analysierten Wohnhochhäusern entstehen im Premiumsegment überwiegend Eigentumswohnungen: 38 % mit 45.208 Wohnungen. Es sollen jedoch auch 37 % der Einheiten als Mietwohnungen genutzt werden. Gemäß der Studie sind das allerdings Wohnhochhäuser im kleineren Rahmen. Das Investitionsvolumen selektierter Wohnhochhäuser wurde in einer Stichprobe unter die Lupe genommen und ergab im Durchschnitt ein Investitionsvolumen von etwa 4.700 Euro pro Quadratmeter, inklusive Grundstück, die Finanzierungskosten nicht eingerechnet. Laut der Studie liege die Spanne je Quadratmeter zwischen 2.000 bis 10.800 Euro, was entsprechend zu höheren Kaufpreisen führt. Im Rahmen der Studie erfolgte ein Vergleich der Kaufpreise mit den Preisen der entsprechenden Teilmärkte. Dabei sind bei über der Hälfte der Projekte Preisaufschläge von 23 % bis 54,4 % festgestellt worden.

Spitzenreiter bei Wohntürmen sind Frankfurt und Berlin

Der Trend zu Wohnhochhäusern zeichnet sich besonders in Frankfurt und Berlin ab. Auf die Wohnungsanzahl bezogen machen diese beiden Städte 53,6 % des gesamten Volumens aus. In Frankfurt sollen bis zum Jahr 2020 über 3.260 Hochhauswohnungen entstehen, während Berlin auf eine Anzahl von etwa 2.900 Wohnungen kommt. In Frankfurt entsteht das derzeit höchste Wohnhochhaus in Deutschland. Es handelt sich dabei um den Grand Tower mit einer Höhe von 176 m. Der Henninger Turm sowie das One Forty West teilen sich jeweils mit 140 m Platz zwei, beide in Frankfurt. Mit ihren 110 m Höhe liegt die Hamburger Elbphilharmonie auf dem vierten Platz. Während der Doppelturm des Parkview Cologne in Köln „nur” eine Höhe von 60 m und 127 m aufweist, ist es das Projekt, das bundesweit mit den meisten Wohnungen auftrumpfen kann. Die 700 Einheiten bestehen überwiegend aus Mikroapartments, die teilmöbliert sind.

Mehr Wohnhochhäuser in den B-Städten

Auch in den B-Städten steigt langsam die Zahl der Wohnhochhäuser. So konnten sieben der 14 B-Städte jeweils ein Wohnhochhausprojekt verzeichnen. Das FourLiving in Leipzig und das Hochhaus am Münster Hauptbahnhof gehören zu den höchsten Wohnhochhäusern der B-Städte. Zu beachten ist jedoch, dass es sich dabei nicht immer um einen echten Wolkenkratzer handelt, denn laut Landesbauordnungsdefinition gilt ein Gebäude als Hochhaus, wenn der Fußboden der Wohnung im obersten Stockwerk mindestens über 23 Meter Höhe liegt, außerdem muss das Gebäude einen zweiten baulichen Fluchtweg aufweisen.

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