Trotz eines leichten Anstiegs der Zinsen wird erwartet, dass es längerfristig günstiger ist, Wohneigentum zu erwerben als zur Miete zu wohnen. So lautet das Ergebnis einer vom IW Köln durchgeführten Studie, die von dem Wohnungsprivatisierer Accentro in Auftrag gegeben wurde.

Der Wohnkostenreport wurde bereits zum dritten Mal erstellt und zeigt, dass es für Immobilieneigentümer, die ihre Wohnung selber nutzen, finanziell vorteilhafter ist als für Menschen, die ihre Wohnung mieten. Dies sei bereits seit mehreren Jahren der Fall. Die niedrigen Zinsen sorgen dafür, dass die Wohnkosten von Immobilienkäufern bundesweit durchschnittlich 33 % günstiger sind, so die IW Köln-Studie. Laut Prognose werden die Zinsen in den nächsten Jahren nur geringfügig steigen.

Kostenvorteile auch in den TOP 7 der einwohnerstärksten Städte

Der finanzielle Vorteil für Käufer gilt auch für die sieben einwohnerstärksten deutschen Städte. So kommen Wohnungseigentümer laut des Wohnkostenreports besonders in Hamburg finanziell besser weg als Mieter. In der norddeutschen Hansestadt sei der Kauf um 38,6 % günstiger als Mieten, wodurch in Hamburg, im bundesweiten Vergleich, der größte Unterschied verzeichnet wird.  Auch in Frankfurt (35, 5 %), Berlin und Düsseldorf (je 34 %), Köln (32,2 %) sowie München und Stuttgart (je 26 %) stehen Käufer finanziell besser da als Mieter.

Im Münchner Umland verringert sich der Kostenvorteil jedoch für Käufer ein wenig. Wer im Umkreis von 50 km um München herum eine Immobilie zur Selbstnutzung erwirbt, der kann sich noch über einen finanziellen Vorteil von rund 18 % gegenüber Mietern erfreuen, wohingegen der Kostenvorteil für Käufer im Landkreis Aichach-Friedberg nur noch 5,5 % beträgt.

Basis des Wohnkostenreports

Die Berechnungen basieren sowohl auf den Nettokaltmieten, die bei der Neuvermietung von Bestandswohnungen verlangt werden, als auch auf den Kaufpreisen für bestehende Eigentumswohnungen. Die Wohnkostenrechnung könnte daher möglicherweise für diejenigen abweichen, die zwischen der bisherigen Mietwohnung und einem Kauf entscheiden, anstatt zwischen der Anmietung einer neuen Wohnung und einem Kauf.

Gemäß der Studie von IW Köln wird mit einem Anstieg der Mietpreise um 1,5 % pro Jahr gerechnet. In Bezug auf die Selbstnutzerkosten werden verschiedene Faktoren berücksichtigt, wie der Kaufpreis, die Erwerbsnebenkosten, zu denen u. a. die Notarkosten, Grundbuchkosten und Maklerkosten zählen, die Kosten der Finanzierung, Steuerbelastungen, entgangene Zinsen auf das Eigenkapital und Instandsetzung, durch die Wohnnutzung entstandener Substanzverlust und Wertänderung. Es wurde eine Eigenkapitalquote von 21 % zugrunde gelegt.

Die Politik müsse handeln

Obwohl der Wohnkostenreport erhebliche finanzielle Vorteile ergeben hat, gibt es keinen starken Andrang auf Kaufimmobilien. Der Grund hierfür liege am fehlenden Eigenkapital, das von den Immobilienkäufern verlangt wird. Der IW Köln hat in einer anderen Studie festgestellt, das in 2012 lediglich rund 11 % der Mieterhaushalte Ersparnisse von mindestens 50.000 Euro vorweisen konnten. Eigenkapital in dieser Höhe reiche nur bezogen auf den durchschnittlichen Immobilienpreis in Deutschland, für den Erwerb einer Immobilie in deutschen Groß- und Universitätsstädten wäre hingegen generell ein höheres Eigenkapital vonnöten.

Der hohe Kapitalbedarf sei ein Hindernis und die Politik müsse daher entgegensteuern. Der IW Köln schlägt vor, dass der Staat es Käufern durch Kreditausfallgarantien ermöglicht, höhere Fremdkapitalquoten zu bekommen oder Käufer mehr Zeit erhalten, um die Grunderwerbsteuer zu zahlen.

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