Der Winter ist eine wunderschöne Jahreszeit, ganz besonders wenn wir es in unserem Zuhause wunderbar warm haben. Nach einem ausgiebigen Winterspaziergang gibt es doch nichts Schöneres als nach Hause zu kommen, den Kaminofen anzuzünden und sich an der Wohlfühlatmosphäre zu erfreuen, die ein knisterndes Kaminfeuer erzeugt. Der Traum vom eigenen Kamin kann Wirklichkeit werden, denn es ist möglich, einen Kamin nachträglich einzubauen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was es dabei zu beachten gibt.

Welche gesetzlichen Vorschriften müssen beachtet werden?

Bei einem Kamineinbau müssen Sie sich auf jeden Fall an das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchV) halten. Dieses Gesetz regelt ganz genau, welche Feinstaub-Grenzwerte eingehalten werden müssen, die jeweils von der Art des Kamins und des Alters abhängig sind. Es dient zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen.

In Deutschland müssen Kaminöfen ein sogenanntes „Ü-Zeichen“ (Überwachungszeichen) tragen. Nur Kaminöfen, die nach der deutschen Kaminofennorm DIN 18891 oder nach der europäischen Norm DIN EN 13240 geprüft sind, dürfen in Deutschland betrieben werden. Das Prüfzeichen finden Sie auf dem Typenschild mitsamt der technischen Daten sowie dem Hinweis auf die entsprechende Kaminofennorm.

Die Abnahme durch den Schornsteinfeger

Bevor Sie den Kamin bei sich zu Hause aufstellen, müssen Sie von Ihrem zuständigen Schornsteinfeger eine Bescheinigung erhalten, dass der Einbau und Betrieb der Feuerstätte vorschriftsmäßig erfolgt ist. Der Schornsteinfeger überprüft, dass der Kamin keine Gefahr birgt, die Nachbarn nicht durch den Rauch belästigt werden und dass die gestatteten Abgaswerte eingehalten werden. Hierfür ist es erforderlich, das amtliche Formblatt „Vordruck für Feuerungsanlagen“ zu verwenden. Nachdem der Kamin durch den Schornsteinfeger an den Schornstein angeschlossen wurde, erfolgt die Gebrauchsabnahme. Danach können Sie Ihren Kamin in Betrieb nehmen und das knisternde Feuer und die wohlige Wärme genießen.

Welcher Sicherheitsabstand muss eingehalten werden?

Teppiche, Möbel, Vorhänge und weitere brennbare Materialien dürfen sich nicht zu nah am Ofen befinden. Um Schäden durch die abstrahlende Hitze zu vermeiden, muss ein Sicherheitsabstand beachtet werden. Der benötigte Abstand zur Wand und Decke ist vom jeweiligen Modell abhängig und sollte in der Regel zwischen 20 und 60 cm betragen. Auch wenn der Kamin über seitliche Fenster verfügt, muss darauf geachtet werden, dass diese 65 cm von brennbaren Oberflächen entfernt sind. Wenn die Brennkammer geöffnet wird, können Funken fliegen. Daher ist es wichtig, brennbare Bodenbeläge vor dem Funkenflug zu schützen. Zu diesem Zweck sind Funkenschutzplatten erhältlich, die den Boden ca. 50 cm vor der Vorderseite des Kamins und rund 30 cm an den Seiten abdecken sollten. Auch die Möbel dürfen nicht vergessen werden, denn diese müssen mindestens einen Meter von der Ofentür entfernt aufgestellt werden.

Wartung und Pflege

Damit Sie lange Freude an Ihrem Kaminofen haben, sollten Sie diesen regelmäßig warten und pflegen. Beachten Sie dabei die individuellen Wartungs- und Pflegehinweise Ihres Kamins. Im Sommer wird der Kamin seltener angezündet, daher sollte man diese Zeit nutzen, um Ruß und Ablagerungen aus dem Feuerraum und den Abgaswegen zu entfernen. Damit die Türscharniere, Türgriffe und die Aschefachtür leicht zu handhaben sind, können diese mit einem speziellen Fett behandelt werden, der im Fachhandel erhältlich ist.

Wie oft der Schornsteinfeger den Kamin reinigen muss, ist davon abhängig, wie häufig Sie den Kaminofen verwenden. In den Fällen, in denen der Kamin nicht benutzt wird, jedoch betriebsbereit ist, so sollte der Schornsteinfeger einmal jährlich kommen, ebenso wenn der Kaminofen nur gelegentlich genutzt wird. Bei einer häufigeren Nutzung sollte der Schornsteinfeger zwei Mal jährlich kommen, und wenn der Kaminofen in der Heizperiode täglich angemacht wird, so ist es empfehlenswert, dass der Schornsteinfeger drei Mal im Jahr kehrt und alles überprüft.

Fazit

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, einen Kamin einzubauen, dann lassen Sie sich am Besten im Fachgeschäft ausführlich beraten. Außerdem kann es hilfreich sein, vorab mit Ihrem zuständigen Bezirksschornsteinfeger zu sprechen, um sicherzustellen, dass alles Wichtige beachtet und alle Vorschriften und Brandschutzmaßnahmen eingehalten werden. Danach können Sie dann das lodernde Kaminfeuer in aller Ruhe genießen. Und bei einem eventuellen späteren Verkauf Ihres Eigenheims können Sie sich gewiss sein, dass der Kamin bei Kaufinteressenten einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird.

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