Das Gewerbe direkt im Haus zu haben ist ein Trend, der sich immer mehr durchsetzt. In Bezug auf die Vereinbarkeit von Privatleben und Berufsleben, der sogenannten Work-Life-Balance, zeigt sich, dass die Menschen gerne einen möglichst kurzen Weg zur Arbeit haben. Gerade in der Selbstständigkeit stellt sich hier daher oft die Frage, ob sich Privatimmobilien eigentlich auch als Gewerbeimmobilien nutzen lassen.

In erster Linie stellt sich die Frage, ob es sich bei der Privatimmobilie um eine Eigentumswohnung oder um ein Haus handelt. Dies ist deshalb wichtig zu wissen, weil bei einer Eigentumswohnung noch die Miteigentümer etwas zu sagen haben. Ein Gewerbe kann sie möglicherweise stören und muss daher genehmigt werden. Anders ist es bei einem Haus. Bei einem Haus stehen die steuerlichen Aspekte im Vordergrund.

Eigentumswohnung als Gewerbeimmobilie nutzen

Wer eine Eigentumswohnung kauft, der kauft damit auch das Recht, die Immobilie so zu nutzen, wie er gerne möchte. Allerdings gibt es hier die Teilungserklärung, die besagt, dass die Eigentümergemeinschaft einer geplanten Gewerbeausübung innerhalb der Wohnung ihre Zustimmung geben muss. Hier ist zu bedenken: Freiberufler und Gewerbetreibende sind zwei unterschiedliche Grundlagen. Wer freiberuflich arbeitet und hier seine Wohnung als Büro nutzt, der braucht keine Zustimmung. Anders ist es bei einem Gewerbe. Über die Eigentümerversammlung sollte bei der Planung von einem Gewerbe in der Wohnung die Zustimmung geholt werden. Das Gewerbe selbst darf die Interessen und das Leben der anderen Eigentümer in keiner Weise beeinträchtigen. So kann also nicht einfach eine Praxis in der eigenen Wohnung eröffnet werden, da es hier zu Patientenverkehr kommt und dies deutlich über die ursprüngliche Zweckbestimmung hinausgeht. Bei einem freien Beruf, von dem keine Störungen ausgehen, kann die Zustimmung der Miteigentümer dagegen nicht verweigert werden. Um Die Wohnung also auch als Gewerbe nutzen zu können, muss die Zustimmung der anderen Eigentümer eingeholt werden.

Haus als Gewerbeimmobilie nutzen

Um ein Haus als Gewerbeimmobilie nutzen zu können, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine gerne genutzte Lösung ist der Privatkauf und die nachfolgende Vermietung an die Firma. Der Eigentümer vermietet das Haus oder einen Teil des Hauses an seine eigene Firma und setzt die Miete von der Steuer ab. Die zweite Variante ist eine direkte gewerbliche Deklarierung vor dem Kauf. In diesem Fall ist es möglich, von dem Teil des Hauses, der als gewerblich deklariert ist, die Umsatzsteuer abzusetzen. Das gilt auch für die Kosten und Investitionen, die für diesen Teil des Hauses gemacht werden. Hier ist jedoch zu bedenken, dass bei einem Verkauf des Hauses dann auch anteilig Umsatzsteuer fällig wird. Die gemischte Nutzung einer Immobilie greift erst dann, wenn die gewerbliche Nutzung mindestens 10% ausmacht.

 

Wichtig: Wer eine Immobilie kaufen möchte und dafür eine Finanzierung in Anspruch nimmt, der gibt bei seinem Kreditantrag an, dass eine teilweise gewerbliche Nutzung geplant ist. Dies ist wichtig für die Bank zu wissen. Wird der Fakt verschwiegen, dann kann dies im schlimmsten Fall als Kreditbetrug gewertet werden und empfindliche Strafen nach sich ziehen.

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