Mietstreitigkeiten landen mittlerweile seltener vor Gericht. Im Jahr 2016 wurde der niedrigste Stand seit der Wiedervereinigung erreicht.

Laut dem Statistischen Bundesamt lagen den Gerichten in etwa 246.600 Mietrechtsverfahren vor, was im Vergleich zum Jahr 1990 eine Reduzierung um rund ein Drittel entspricht. In 1990 wurden schon allein in Westdeutschland 242.000 Gerichtsverfahren verzeichnet. Weder die Mietpreisbremse, das Bestellerprinzip, der Wohnungsmangel oder das Thema Schönheitsreparaturen haben dazu geführt, dass Vermieter und Mieter häufiger vor Gericht streiten, das Gegenteil ist der Fall, denn die Zahl sinkt seit 1990 kontinuierlich.

Gründe für die sinkenden Mietrechtsverfahren

Im Rahmen einer vom Deutschen Mieterbund (DMB) durchgeführten Untersuchung hat sich gezeigt, dass Vermieter und Mieter im Vorfeld professionellen Rat einholen, bevor sie eine Klage einreichen. Statt ein Gerichtsverfahren einzuleiten, geht die Tendenz eher zu einem Vergleich. Im Jahr 2016 mündete jedes fünfte Mietverfahren in einem Vergleich.

Die TOP 3 Klagegründe

Der häufigste Grund für Klagen sind Streit um Mietverträge, darauf entfallen 27 % aller Verfahren. An zweiter Stelle stehen die Betriebskosten mit 21 %. Bei beiden ist jedoch ein rückläufiger Trend zu verzeichnen. Mieterhöhungen stellen aktuell die dritthäufigste Ursache für Gerichtsverfahren dar und machen 17 % aller Mietrechtsverfahren aus, ein Anstieg um 3 % verglichen mit 2015.

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