Als Vermieter gibt es nicht nur Mieteinnahmen, sondern es können auch diverse Ausgaben rund um die vermietete Wohnung entstehen. In diesem Ratgeber erhalten Sie einige wertvolle Tipps, welche Kosten Sie steuerlich absetzen können.

Renovierungskosten lassen sich von der Steuer absetzen

Wenn Sie Ihre Immobilie nach 2015 erworben und vermietet haben, dann haben Sie die Möglichkeit, die Kosten, die seitdem für die Renovierung entstanden sind, von der Steuer abzusetzen, sofern diese keine bestimmten Grenzen überschreiten. Als Werbungskosten akzeptiert das Finanzamt Renovierungskosten, die im Zeitraum von drei Jahren nach dem Erwerb nicht höher als 15 Prozent des Kaufpreises ausmachen. Liegen die Kosten für die Renovierung höher als 15 Prozent, dann werden diese vom Finanzamt nicht länger als Werbekosten eingestuft, sondern gelten als Anschaffungskosten oder auch anschaffungsnahe Herstellungskosten. In einem solchen Fall haben Immobilieneigentümer nur noch die Möglichkeit, diese Kosten als Absetzung auf Abnutzung (AfA) abzuschreiben, und zwar über einen Zeitraum von 50 Jahren mit einem Anteil von 2 Prozent.

Beschädigung der Immobilie vonseiten des Mieters

Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel und auch hier gibt es einen bedeutenden Ausnahmefall. Laut einem Urteil des Bundesfinanzhofs vom 09.05.2017 (Az.: IX R 6/16) dürfen Eigentümer auch höhere Renovierungskosten auf direkte Weise als Werbungskosten von der Steuer absetzen, sofern die Renovierung aufgrund einer Beschädigung notwendig wurde, die der Mieter verursacht hat. Hierfür wird jedoch vorausgesetzt, dass der Eigentümer einen Nachweis darüber erbringen kann, dass sich die Wohnung beim Kauf in einem einwandfreien Zustand befand und diese erst zu einem späteren Zeitpunkt durch den Mieter beschädigt wurde. Aus diesem Grund ist es sehr sinnvoll, beim Immobilienkauf ein sorgfältiges Übernahmeprotokoll aufzustellen.

Auch Fahrtkosten können steuerlich abgesetzt werden

Beim Vermieten einer Wohnung fallen für die Eigentümer jedoch häufig noch zusätzliche Kosten an, besonders dann, wenn der Mieter die Immobilie beschädigt hat oder andere Probleme entstehen. Als Eigentümer ist es in solchen Fällen angebracht, der Immobilie einen Besuch abzustatten. Dabei entstehen neben Telefon- oder Portokosten auch Fahrtkosten. Vermieter sind in der Lage, diese Kosten als Werbungskosten von ihren Mieteinnahmen abzuziehen. Vorausgesetzt es handelt sich um eine vermietete Eigentumswohnung, dann gibt es bei Autofahrten — sowohl zur Immobilie als auch zur Eigentümerversammlung — 30 Cent für jeden Kilometer.

Fazit

Für den Fall, dass der Mieter Ihre Wohnung beschädigt hat, können hohe Reparaturkosten entstehen. Die Steuererklärung kann Ihnen in manchen Fällen dabei helfen, Renovierungskosten und weitere Ausgaben geltend zu machen. Es ist empfehlenswert, sich diesbezüglich von einem Rechtsexperten ausführlich beraten zu lassen, um zu erfahren, welche Steuerrückzahlung in Ihrem individuellen Fall möglich ist.

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