Was ist Abwasser?

Jeder Haushalt verbraucht Wasser. Egal wofür das sogenannte Frischwasser verwendet wurde, ob zum Duschen, für die Toilettenspülung oder Geschirrspülen, dieses verbrauchte Wasser muss auch wieder abfließen. Dafür wird das verwendete Wasser in die Kanalisation geleitet und im Anschluss findet eine Reinigung dieses Wassers statt. Die Gemeinden erheben dafür eine Abwassergebühr. Für die Berechnung entspricht ein Kubikmeter reines Frischwasser auch einem Kubikmeter Abwasser.

Die Abwassergebühren als Nebenkosten

Umlagefähige Abwasserkosten

Beim Verbrauch von Frischwasser wird auch gleichzeitig Abwasser erzeugt. Die Kosten der Entwässerung gehören laut der Betriebskostenverordnung zu den umlagefähigen Betriebskosten. Das bedeutet, dass der Vermieter diese dem Mieter in Rechnung stellen kann.

Zu diesen Kosten gehört die Entwässerung von Haus und Grundstück, die periodisch von der Gemeinde in Rechnung gestellt werden. Das schließt die Abwassergebühr, die Entwässerungsgebühr, die Kanalgebühr und Sielgebühr mit ein. Aber nicht nur das Abwasser muss entsorgt werden, sondern auch das Regenwasser, das über die Dachrinnen abgeleitet wird.

Nicht umlagefähige Abwasserkosten

In Bezug auf Wasser entstehen eine Reihe von Kosten, die allerdings nicht alle auf den Mieter umgelegt werden können. So gibt es neben den umlagefähigen Abwasserkosten auch die sogenannten nicht umlagefähigen Kosten. Die Ausgaben, die in diese Kategorie fallen, müssen nicht vom Mieter übernommen werden. Wenn beispielsweise ein Wasserrohrbruch auftritt, dann darf der Vermieter sich die anfallende Reparatur nicht durch den Mieter finanzieren lassen. Ebenso verhält es sich mit Kosten, die durch einen technischen Defekt entstanden sind. Renovierungskosten, Kanalanschlussgebühren und Beiträge zur Sanierung des Kanalnetzes gehören auch zu den nicht umlagefähigen Kosten. Die Dachrinnenreinigungskosten gehören in der Regel zu den sonstigen Betriebskosten.

Wie erfolgt die Umlegung der Kosten?

Im Mietvertrag sollte vereinbart werden, wie abzurechnen ist. Um die Kosten auf die Mieter umzulegen, können Vermieter üblicherweise eine von zwei Möglichkeiten wählen: Sie können die Abrechnung entweder nach Anzahl der in der Wohnung lebenden Personen oder nach der Wohnfläche ausführen. Falls der Verteilerschlüssel jedoch nicht im Mietvertrag festgelegt wurde, dann dient die Wohnfläche als Maßstab.

Aktuelle Studie der Abwasserkosten

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat eine Studie der Abwasserkosten durchgeführt. Im Rahmen dieser Studie, die von Haus & Grund in Auftrag gegeben wurde, sind die Gebühren für Abwasser der 100 größten Städte in Deutschland miteinander verglichen worden. Die Studie hat zutage befördert, dass das Rheinland besonders hohe Abwasserkosten aufweist.

Als Basis der Analyse dienten die Abwassergebühren einer vierköpfigen Familie. In den TOP 10 der teuersten deutschen Städte befindet sich die Hälfte im Rheinland. Insgesamt weist das Rheinland große Preisschwankungen auf. So betragen die Abwassergebühren eines vierköpfigen Haushalts in der rheinländischen Landeshauptstadt mit 374,90 Euro um die 50 % weniger als in den teuersten Städten des Rheinlands, wie beispielsweise Mönchengladbach, wo die Gebühren jährlich ganze 837,08 Euro betragen.

Wie kommen Abwasserkosten zustande?

Bei der Berechnung des Abwassers fließen verschiedene Faktoren mit ein. Dazu zählen neben dem eigentlichen Wasserverbrauch auch die geografischen Örtlichkeiten sowie die Dichte der Bebauung im Versorgungsgebiet. Auch wie die Wasserentnahmestellen geologisch beschaffen sind und die hydrochemische Beschaffenheit des Wassers spielen eine Rolle. Des Weiteren wird mit eingerechnet, was es kostet, Pumpen und Rohrleitungen zu bauen und zu betreiben. Hinzu kommen die Kosten für gesonderte Aufgaben, zu denen die Erhaltung des sauberen Zustands der Seen gehört, und auch Konzessionsabgaben werden mit eingerechnet. Zudem wirkt sich das Alter des Kanalnetzes auf die Höhe der Kosten aus.

Da eine Vielzahl von Parametern eine Rolle spielt und auch die Rahmenbedingungen in den Städten unterschiedlich sind, weichen die Preise von Stadt zu Stadt und von Gemeinde zu Gemeinde ab.

Warum sind die Abwassergebühren im Rheinland so hoch?

Zwar spielen die oben genannten Faktoren bei der Festlegung der Gebühren eine Rolle, allerdings sind die preislichen Unterschiede im Rheinland derart groß, dass diese Aspekte die gewaltige Kluft nicht vollständig erklären können. Daher wird dafür plädiert, dass die Städte die Ursachen der Kostenunterschiede mit dem Ziel prüfen, hohen Wohnnebenkosten vorzubeugen und Potenzial für Einsparungen zu finden.

Wie können Abwassergebühren gespart werden?

Die Abwassergebühren sind an den Leitungswasserverbrauch gekoppelt. Jede Trinkwasserentnahme führt automatisch zu Abwasserkosten, je weniger Leitungswasser verwendet wird, desto weniger Abwassergebühren fallen also an. Gartenbesitzer, die zum Sprengen ihres Rasens und Blumenbeete Leitungswasser verwenden, müssen demnach trotzdem für die Abwassergebühren aufkommen, obwohl das verbrauchte Wasser nicht in die Kanalisation geleitet wird, sondern stattdessen einfach im Boden versickert. Wenn Sie einen großen Garten haben, dann kann sich das Installieren eines Gartenwasserzählers, zusätzlich zum Hauptwasserzähler, für Sie lohnen. Die gemessene Trinkwassermenge wird dann in der Abrechnung des Wasserunternehmens durch die auf dem Gartenwasserzähler angezeigte Wassermenge gekürzt. Allerdings sollte vor der Installierung immer erst beim jeweiligen Versorger angefragt werden, ob, wie und durch wen die Installierung erlaubt ist.

Fazit:

Abwassergebühren können bundesweit enorme Preisunterschiede aufweisen und haben dadurch Einfluss auf die Attraktivität einer Stadt als Wohnstandort. Zwar lassen sich diese Gebühren nicht vermeiden, aber wer einen großen Garten besitzt, kann eventuell durch die Installation eines Gartenwasserzählers Geld sparen. Im Falle eines Miethauses oder einer Mietwohnung können die Abwasserkosten auf den Mieter umgelegt werden.

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