Vermieter wünschen sich natürlich den perfekten Mieter und möchten vor allem sicherstellen, dass der Mieter stets pünktlich die Miete zahlt und die Wohnung in Schuss hält. Aus diesem Grund versuchen Vermieter im Vorfeld möglichst viel über den potenziellen Mieter zu erfahren. Es gibt allerdings bestimmte Details, die den Vermieter juristisch gesehen nichts angehen. Welche Dinge das sind, erfahren Sie hier.

Welche Informationen der Vermieter verlangen darf

Im Prinzip dürfen Vermieter Informationen einholen, wenn es für das Mietverhältnis relevant ist. Dazu gehört die finanzielle Situation der Mieter, ihr Arbeitsverhältnis und auch wie viele Personen einziehen werden. Diese Angaben müssen der Wahrheit entsprechen, da der Vermieter eventuell in der Lage ist, das Mietverhältnis fristlos zu kündigen, falls sich die Angaben später als Lüge entpuppen.

Personalausweis

Eine Kopie des Personalausweises darf der Vermieter zwar nicht anfordern, dafür aber den Ausweis inspizieren. Es ist ratsam, diesen genau unter die Lupe zu nehmen. Falls die Ausweispapiere bereits abgelaufen sind oder Sie Diskrepanzen entdecken, dann gilt: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!

Bonität-Selbstauskunft

Zwar ist ein Mieter rechtlich nicht dazu verpflichtet einen Bonitätsnachweis vorzulegen, allerdings ist es gang und gäbe, dass ein Vermieter danach fragt. Mieter können beispielsweise bei der Schufa einmal pro Jahr einen kostenlosen Nachweis über ihre Bonität anfordern. Da in diesem Dokument zusätzliche Details stehen, die für das Mietverhältnis nicht relevant sind und dem Vermieter somit nichts angehen, besteht alternativ die Möglichkeit gegen eine Gebühr eine besondere Mieterselbstauskunft anzufordern, die nur Informationen enthält, die auch tatsächlich für das Mietverhältnis von Bedeutung sind.

Was der Mieter verschweigen darf

Es gibt eine ganze Reihe von Fragen, die Vermieter den Interessenten häufig stellen, die allerdings nicht beantwortet werden müssen, da diese unzulässig sind. Dazu gehören beispielsweise:

Thema Familienplanung

Potenzielle Mieter nach ihrem Kinderwunsch auszufragen oder sich zu erkundigen, ob eine Schwangerschaft besteht, ist tabu, denn dies gilt als Privatsache. Zu beachten ist aber, dass der Vermieter das Recht hat zu erfahren, wie viele Personen in die Wohnung einziehen werden.

Rauchgewohnheiten

Raucher oder Nichtraucher, das ist hier die Frage. Da Zigarettenrauch die Tapeten gelb verfärbt und das Risiko von Brandflecken im Teppich erhöht wird, bevorzugen Vermieter üblicherweise Nichtraucher als Mieter. Jedoch geht es Vermieter rein rechtlich gesehen nichts an, ob ein Mieter raucht oder nicht, daher ist die Frage nach den Rauchgewohnheiten nicht gestattet.

Vorstrafen

Über Vorstrafen müssen Mieter keine Aussagen machen. Es sei denn, diese Vorstrafen haben direkt etwas mit ehemaligen Mietverhältnissen zu tun. Wer also in der Vergangenheit schon einmal wegen Mietbetrug oder wegen Gewalt gegen einen Vermieter schuldig gesprochen wurde, der darf dem Vermieter dies nicht verschweigen.

Weitere Fragen

Auch Fragen nach der Staatsangehörigkeit oder Religion sind grundsätzlich nicht gestattet. Ebenso wenig wie die Frage, ob der Mietinteressent ein Partei- oder Gewerkschaftsmitglied ist.

Fazit:

Bei unzulässigen Fragen darf ein Mietinteressent sogar lügen, ohne dass es juristische Konsequenzen hat. Wer jedoch bei erlaubten Fragen eine Falschaussage macht, der geht das Risiko einer fristlosen Kündigung ein. Generell sollte die Devise „Diplomatie” lauten: Anstatt zu lügen oder dem Vermieter direkt zu sagen, dass bestimmte Fragen unzulässig sind, macht es sich besser, diese Fragen auf geschickte Weise einfach zu umgehen. Denn es gilt auch zu bedenken, dass der Andrang bei Mietwohnungen besonders in Großstädten hoch ist und Vermieter in der Regel unter vielen Interessenten den passenden Mieter auswählen können. Um als Wohnungssuchender die Chancen auf den Zuschlag für die Mietwohnung zu erhöhen, ist es ratsam, den Vermieter davon zu überzeugen, dass Sie sowohl in der Lage sind, die Miete zu zahlen, als auch ein zuverlässiger Mieter sind.

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