Darüber, dass in Deutschland nicht genügend barrierefreie Wohnungen vorhanden sind, haben wir bereits berichtet. Erhebungen haben ergeben, dass bundesweit mindestens 1,6 Millionen seniorengerechte Wohnungen fehlen. Eine aktuelle Erhebung hat nun die Entdeckung gemacht, dass über 50 % der Eigenheime nicht barrierefrei sind. Zudem hätten lediglich 31 % der Eigentümer die finanzielle Möglichkeit ihr Eigenheim barrierefrei umzubauen.

Rechtzeitig für die Zukunft planen

Wir werden alle älter und keiner weiß, was die Zukunft bringt. Daher ist es wichtig, rechtzeitig vorzusorgen. Besonders, da bei einer Umfrage 98 % der Befragten angaben, dass sie auch im fortgeschrittenen Alter nach Möglichkeit in ihrer Wohnung bleiben möchten. So lautet das Ergebnis einer Befragung von 400 Immobilieneigentümern im Alter von mindestens 69 Jahren, die die Deutsche Leibrenten Grundbesitz vor einem Jahr durchgeführt hat. Dabei ist das Haus oder die Wohnung für rund ein Drittel der Umfrageteilnehmer zu groß. Ein Verkauf steht für die meisten der Befragten nicht zur Debatte, denn lediglich 9 % teilten mit, dass sie bereits einmal darüber nachgedacht hätten, ihr Heim zu verkaufen. Generell scheint Älterwerden ein Tabuthema zu sein, denn in jeder dritten Familie wird nicht darüber gesprochen, was passiert, wenn ein Familienmitglied mit zunehmenden Alter nicht länger auf den eigenen zwei Beinen stehen und für sich selbst sorgen kann.

Barrierefreiheit ist teuer

Die Deutsche Leibrenten Grundbesitz hat analysiert, dass die Mehrzahl der Senioren in 30 bis 50 Jahre alte Häuser wohnen, die zu einer Zeit gebaut wurden, in denen die Barrierefreiheit außen vor geblieben ist. Dadurch würden die Eigentümer vor hohen Kosten stehen, falls sie eines Tages aufgrund körperlicher Einschränkungen ihr Heim barrierefrei umbauen müssten. Zwar ist ein barrierefreier Umbau natürlich möglich, aber laut einer Umfrage von 1.000 Senioren könnten über 60 % der Befragten älteren Menschen ab 65 Jahren die Kosten für einen solchen Umbau nicht aus eigener Tasche bezahlen. Für einen Treppenlift, ein barrierefreies Badezimmer oder Türen und Schwellen, die für Rollstuhlfahrer geeignet sind, könnten rasch Beträge im fünfstelligen Bereich fällig werden. Aus diesem Grund bestehe ein Risiko, dass viele Senioren trotz Wunsch in ihrem Eigenheim zu bleiben, dennoch umziehen müssten, da sie die finanziellen Mittel nicht aufbringen können, um ihr Heim barrierefrei umzubauen.

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