Jahrzehntelang wurde gepredigt, dass die Finanzierung einer Immobilie spätestens bis zum Rentenalter abgeschlossen sein sollte. Hierzu war es nötig, sich schon früh für den Kauf zu entscheiden und so viel Geld wie möglich in die Tilgung zu stecken. Doch immer mehr Experten empfehlen, mit einer Restschuld in die Rente zu starten. 

Früher rechnete man mit einer Tilgungsdauer von rund 30 Jahren beim Kauf einer Immobilie – sofern man kontinuierlich ein Durchschnittseinkommen einnahm und auch den letzten Cent des Ersparten zum Abbezahlen nutzte. Doch inzwischen benötigen Kreditnehmer in sehr teuren Regionen schon mehr als 40 Jahre!

Daher sind immer mehr Immobilien noch mit einer Tilgung belastet, wenn ihre Besitzer in Rente gehen. Expertenaussagen zu folge sei dies aber in Ordnung, denn …

  • Die Wohngewohnheiten vieler Käufer wandeln sich im Alter noch mal. So wird die Immobilie immer öfter wieder verkauft, wenn die Kinder aus dem Haus sind, und vom Erlös eine Wohnung finanziert.
  • Es sei sinnvoll auf eine fast abbezahlte Immobilie einen neuen Kredit aufzunehmen, um das Geld gewinnbringend anzulegen.
  • Die Erbschaftssteuer wird durch die Schulden gesenkt.
  • Viele Kinder möchten das Eigenheim ihrer Eltern nicht übernehmen, sodass im Fall des Verkaufens oder Vermietens die Restschuld kein Problem darstellt.
  • Der Staat kann zur Deckung eventueller Kosten für das Pflegeheim die Immobilie heranziehen.

Daher empfiehlt Thomas Zipfel (Freiburger Vermögensmanagement) vielen Käufern, mit ruhigem Gewissen und einer Restschuld von 20 bis 30 % in das Rentenalter zu starten.

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